Stadt will Beiträge streichen

LITTAU ⋅ Die Stadt Luzern will das Begegnungszentrum St. Michael nach 2018 nicht mehr finanziell unterstützen. Für Littau trifft dieser Entscheid einen Lebensnerv.
16. Juni 2017, 00:00

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Es wird eng für das Zentrum St.Michael im Luzerner Stadtteil Littau. Denn die Stadt Luzern zahlt nur noch bis ins Jahr 2018 an das Zentrum. «Darüber hinaus ist keine weitere Finanzierung seitens der Stadt geplant.» Dies schreibt der Stadtrat in der Antwort auf die Interpellation «Kulturelle Vereine verlassen die Stadt», welche von Grossstadt­rätin Agnes Keller-Bucher (CVP) eingereicht wurde.

Der Stadtrat ist der Auffassung, dass die Katholische Kirchgemeinde Littau mit einem «angepassten, weiterentwickelten Betriebskonzept» den Betrieb weiterführen könne. Dies allenfalls auch mit höheren Saalmieten. Der Stadtrat verweist dabei auf die Neuausrichtung, die für die Räumlichkeiten der Pfarrei St. Josef im Maihof gemacht wurde. Bleibt die Stadt bei ihrer Absicht und streicht ab 2018 die Unterstützung, so werden durchschnittlich 65 000 Franken pro Jahr in der Zentrumskasse fehlen.

Was bedeutet dies nun für das Zentrum St. Michael? Dazu Kirchmeier Josef Portmann: «Wird das Zentrum von der Stadt nicht mehr unterstützt, so werden damit auch die Vereine finanziell massiv unter Druck gesetzt. Die Mieten müssten sicher angehoben werden.» Dass die Vereine im Zentrum sind, habe neben einer guten Infrastruktur und ÖV-Anbindung damit zu tun, dass sie sich die Miete eines städtischen Saals gar nicht mehr leisten könnten, sagt Portmann. Zudem erhalten die Vereine im Zentrum St. Michael pro Jahr eine Mietzinsreduktion von 400 Franken.

Ein Zentrum für die gesamte Bevölkerung

Auch deshalb werde die Kirchgemeinde im Herbst oder Frühling erneut das Gespräch mit dem Stadtrat suchen, so Portmann. Die Kirchgemeinde werde alles daransetzen, um das Zentrum zu erhalten und damit einen Beitrag zur Stadtentwicklung zu leisten. Es sei klar kein kirchliches Zentrum, sondern eines für die gesamte Bevölkerung und biete eine breit gefächerte Kulturabdeckung. Auch hätten Private und Unternehmen die Möglichkeit, dort Anlässe durchzuführen.

Deshalb soll das Zentrum St. Michael «auf Augenhöhe» beziehungsweise wie die «grossen» Häuser behandelt werden. Denn das Zentrum sei sehr wichtig für den Stadtteil Littau. Dies, weil das gesellschaftliche Leben oft hier stattfinde, sagt Portmann. Auch könne es nicht sein, dass die Stadt nur die «prestige­trächtigen» Häuser unterstütze, schliesslich bestehe ein städtisches Leitbild mit drei Punkten, und einer davon betreffe die Gesellschaft. Portmann: «Darunter verstehen wir auch die hier ge­lebte Kultur. Sie fördert ganz klar das gesellschaftliche Leben vor allem des Luzerner Stadtteils.» Sollte es beim negativen Entscheid bleiben, müssten auch noch andere Massnahmen er­griffen werden, etwa im Bereich Gebührenerhöhung. «Bereits bestimmt ist, dass die 80 Parkplätze mittels zentraler Parkuhr künftig gebührenpflichtig werden», so Portmann. Wie teuer das Parkieren sein wird, sei noch unklar und hänge neben der Ausgestaltung des Parkplatzreglements auch vom Entscheid des Stadtrates ab.

Klar indes ist, dass die Ausrichtung des Hauses auch in Zukunft beibehalten wird: «Der Littauer Kirchenrat hat die Positionierung des Zentrums intensiv besprochen und ist zur Einsicht gelangt, dass die aktuelle Ausrichtung zukunftsweisend ist. Die Anlässe, die hier stattfinden, werden durchwegs gut besucht.» Dies bestätigt auch Betriebsleiter Peter Brunner: «Von den 42 möglichen Wochenenden sind an die 38 ausgebucht.» Besser laufen könnte es lediglich noch unter der Woche, so Brunner.

«Wird das Zentrum von der Stadt nicht mehr unterstützt, so werden damit auch die Vereine finanziell massiv unter Druck gesetzt.»

Josef Portmann

Kirchmeier Katholische

Kirchgemeinde Littau


Leserkommentare

Anzeige: