Stadtrat drückt aufs Tempo

REUSSBÜHL ⋅ Bereits 2020 soll der Neubau des Schulhauses Staffeln stehen. Die Stadt will das Baugesuch daher noch vor der Volksabstimmung einreichen. Derweil sind die Kosten höher als geplant.
12. August 2017, 00:00

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Littau und Reussbühl wachsen schnell. 1600 neue Wohnungen entstehen dort in den nächsten zehn Jahren. Darum wird das neue Schulhaus Staffeln in Reussbühl mit 13600 Quadratmetern Schulfläche etwa doppelt so gross sein wie das heutige. Der Neubau umfasst drei Gebäude. Darin sind Primarschule, Kindergärten und eine Dreifachturnhalle geplant.

Der Luzerner Stadtrat will das Projekt möglichst schnell realisieren. Er beantragt einen Sonderkredit von 53,7 Millionen Franken. Dieser kommt am 21. September im Parlament zur Abstimmung. Das Stimmvolk entscheidet voraussichtlich am 26. November darüber. Wird der Kredit auch vom Stimmvolk genehmigt, beginnt der Abriss im kommenden Februar. Nach zweijähriger Bauzeit soll das neue Schulhaus Staffeln bereits im Jahr 2020 bezugsbereit sein. Damit der ambitionierte Terminplan eingehalten werden kann, wird das Baugesuch bereits vor der Abstimmung eingereicht. «Wir sind zeitlich auf Kurs. Die gesetzten Termine konnten bisher eingehalten werden», sagt Baudirektorin Manuela Jost (GLP).

Eines der grössten Schulhäuser der Schweiz

In einer ersten Etappe sollen Räume für 24 Klassen und zwei Kindergärten erstellt werden, in einer zweiten wird auf 30 Klassen und vier Kindergärten ausgeweitet, wie gestern an der Medienorientierung bekanntgegeben wurde. Mit dem Platz für 500 Kinder wird das Schulhaus zu den grössten in der Schweiz zählen. «Damit wird eine nachhaltige Infrastruktur für das Quartier realisiert», sagt Jost. Dies sei auch nötig, betont Teddy Henzi, Fachbereichsleiter Volksschule: «Bereits heute platzt das Schulhaus Ruopigen aus allen Nähten.»

Das Projekt entworfen hat die Zürcher Blättler Dafflon Architekten AG mit der Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG. Das Projekt ist 2016 unter 82 teils aus dem Ausland eingereichten Arbeiten als Sieger hervorgegangen (Artikel vom 24. Mai 2016). Die drei Bauten unterscheiden sich in Höhe und Grösse, sie sind strahlenförmig angeordnet und unterirdisch verbunden. Dazwischen befindet sich ein zentraler Platz. Die Dreifachturnhalle wird eine Zuschauergalerie, ein Foyer und eine Auszugstribühne erhalten und bietet so Platz für Anlässe mit bis zu 540 Personen. Die Schulanlage enthält neben Schulzimmern und Aula auch Räume für die schulergänzende Betreuung und eine Grossküche.

Die Kosten von anfänglich geschätzten 50 Millionen Franken haben sich auf 53,7 Millionen Franken erhöht. Dies wegen des schlechten Baugrundes und des Auftriebs des Grundwassers. Die Gebäude werden deshalb unterkellert, wie Projektleiter Georg Joho erklärt. «Dafür werden die 29 Auto- und 39 Velo-Motorrad-Parkplätze ins Untergeschoss verlegt.» Ebenfalls dort befinden sich Technik und Lager.

Schulhaus steht wegen Schadstoffen leer

Das jetzige Schulhaus Staffeln wurde 1952 erbaut. Es steht seit drei Jahren leer – aufgrund von Schadstoffen, die Beschwerden ausgelöst haben (wir berichteten). Die Schüler sind in einem Provisorium untergebracht.


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