Starke Monsterchen

CHENDERMONSCHTER ⋅ Nirgends wird die Fasnacht wohl so kreativ an die nächste Generation weitergegeben wie am Kinderumzug der Vereinigten.
14. Februar 2018, 00:00

Yvonne Imbach, Luzern

stadt@luzernerzeitung.ch

Punkt 14.30 Uhr schränzten gestern Nachmittag beim Mühlenplatz die Spöitzer los und führten den scheinbar endlosen Zug an kostümierten Kindern und Eltern durch die Rössligasse an. Die Route des Chendermonschters durch die Luzerner Altstadt war bereits eine halbe Stunde vorher von in mehreren Reihen stehenden Zuschauern gesäumt. Die defilierenden Figuren wurden emsig mit Konfetti eingenebelt. Doch diese wussten sich zu wehren – indem sie Konfetti zurückwarfen. Als willkommene Wurfgeschosse dienten auch Bonbons, Gummibärchen und Schöggeli. Selbst echtes Gelati wurde von einer Gruppe verteilt, die sich ganz «bella italia» verschrieben hatte. Die Sujets waren an Vielfalt nicht zu überbieten: Bauarbeiter, Coiffeure oder Fischer gab es aus der Sparte «Berufe». Trumpf waren aber starke Figuren wie Pippi Langstrumpf, Vikinger, Cowboys oder Ritter. Gar Caesar und der Papst defilierten durch die Gassen – dazwischen sorgten sechs Guuggenmusigen für Stimmung.

Schlafmützen bieten Platz für ein Nickerchen

An Fantasie und Kreativität mangelte es die ganzen 80 Minuten nicht. Wie viele Gruppen jeweils mitmachen, ist schwierig zu schätzen, denn es ist keine Anmeldung erforderlich. Unter www.vereinigte.ch gibt’s die Infos, wenn man fürs nächste Jahr gluschtig geworden ist. So wie zum Beispiel Familie Strassmann aus Luzern, die das Motto «Umzug» auf ihre Art auslegte und als Packesel der «IG Umzug» mit riesigen Kartonbergen in den Armen auf die Strecke ging. Gemütlicher nahm es die Gruppe, welche als Schlafmützen unterwegs war und eine eigene Kurzschlafstelle in Form eines bequemen Sessels mitzog. «Wenn man während der Fasnacht mal ein Nickerchen nötig hat, darf man das bei uns gerne machen», sagte die eine Mama Schlafmütze.

Eine gute Idee hatte die Gruppe Fische, die mehrere ganz kleine Nemo-Fischchen dabeihatte. Jeder junge «Nemo» trug ein Schild mit seinem richtigen Vornamen um den Hals. Ausserdem war darauf eine Handynummer vermerkt sowie der Hinweis: «Bitte ruf mich an, wenn ich meine Gspändli verloren habe.» So ging bestimmt kein noch so kleines Monsterchen verloren, und alle konnten am Umzugsende das gesponserte Guuggerbrötli und den Tee geniessen.


Anzeige: