SVP kritisiert CVP-Kandidatin

BUCHRAIN ⋅ Der Wahlvorschlag der CVP für die Ersatzwahl in den Gemeinderat sorgt für Kritik – nach der FDP meldet sich nun auch die SVP zu Wort.
14. April 2018, 00:00

Als Ersatz für ihre zurücktretende Sozialvorsteherin Sandra Gerber schlägt die CVP voraussichtlich die 41-jährige Petra Kieliger vor – die Nominationsversammlung ist am Dienstag. Ein Wahlvorschlag, der nicht nur bei der FDP für Stirnrunzeln sorgt (Ausgabe von gestern) – auch bei der SVP ist man offensichtlich unzufrieden: «Petra Kieliger ist eine sympathische Person, konnte aber beim Hearing weder unsere Fragen zu den Aufgaben eines Sozialvorstehers noch zu ihren Zielen in dem Amt konkret beantworten», teilte Vorstandsmitglied Karin Hess gestern mit. Zudem würden sich Kieligers politische Interessen laut ihrer eigenen Aussage bislang auf die Unterstützung eines Freundes beim Wahlkampf in den Ebikoner Gemeinderat beschränken.

Die SVP habe bis jetzt bewusst auf eine Kandidatur verzichtet, «obwohl uns ein Sitz im Gemeinderat zustehen würde». Da ihre Partei jedoch noch jung sei, sammle man seit zwei Jahren politische Erfahrung in den Kommissionen. Hess: «Gerade jetzt, wo es im Buchrainer Sozialamt nicht optimal läuft, braucht es für das Amt eine starke Persönlichkeit mit Erfahrung.»

«Weiterhin zwei Frauen im Gemeinderat»

CVP-Präsident Walter Graf sagt dazu: «Schon bei den Vorgesprächen wurde Petra Kieliger von den anderen Parteien vorgeworfen, sie bringe keine Führungserfahrung mit – das stimmt zwar, doch sie ist dafür fachlich erfahren und geschickt im Verhandeln.» Vor ihrem aktuellen Job bei einer grossen Sozialversicherung habe sie unter anderem bei der Spitex gearbeitet. Auch ist gemäss Graf für eine erfolgreiche Mitarbeit im Gemeinderat Führungserfahrung nicht das wichtigste Kriterium: «Klar muss Petra Kieliger noch einiges lernen, aber das gilt für alle neuen Exekutivmitglieder.» Mit Kieliger sässen laut dem CVP-Präsidenten weiterhin zwei Frauen im fünfköpfigen Gemeinderat, und das Parteienverhältnis wäre ausgewogen. Aktuell sieht die Zusammensetzung wie folgt aus: je zwei CVP- und FDP-Mitglieder und ein SP-Mitglied. Graf sagt: «Der SVP stünde mit Blick auf den Wähleranteil zugegebenermassen ein Sitz zu, aber wenn sie keine geeigneten Kandidaten haben, können wir nichts dafür.»

Klar ist: Die FDP hat es nun in den Händen, ob Petra Kieliger – ihre Nomination vorausgesetzt – still gewählt wird oder nicht: Denn es ist möglich, dass die Freisinnigen mit einer eigenen Kandidatur kommen. Darüber entscheiden die Mitglieder an ihrer Versammlung am Montag.

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

SVP-Vorstandsmitglied


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