Tempo 30 für Hirschmattstrasse

VERKEHR ⋅ Der Luzerner Stadtrat spricht sich für eine Temporeduktion auf der Hauptstrasse im Neustadt-Quartier aus. Bis zu einer allfälligen Umsetzung dauert es aber noch eine Weile.
05. Dezember 2017, 00:00

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Die Neustadt gehört zu den meistbefahrenen und am dichtesten bebauten Quartieren in Luzern. Aktuell fahren täglich an die 10000 Fahrzeuge durch die Hirschmattstrasse, darunter rund 1500 Busse, wie die Verkehrszahlen der Stadt zeigen.

Dort soll künftig Tempo 30 statt wie heute Tempo 50 gelten. Der Stadtrat nimmt ein entsprechendes Postulat der GLP-Fraktion entgegen, wie er gestern mitteilte. Damit komme man dem Quartierverein Hirschmatt-Neustadt entgegen, der sich eine Temporeduktion wünsche. Zudem seien die Kreuzungen an der Strasse als Unfallschwerpunkte aufgefallen, wie der Stadtrat in seiner Stellungnahme zum Postulat ausführt.

Gutachten in Auftrag gegeben

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wurden im Frühjahr 2017 bereits Mittelinseln bei den Fussgängerstreifen installiert (wir berichteten). Laut Stadtrat könnte mit der Temporeduktion die Verkehrssicherheit aber nochmals erheblich verbessert werden. Deshalb will er das Tiefbauamt beauftragen, für die Hirschmattstrasse ein Gutachten zur Prüfung der Zweckmässigkeit von Tempo 30 zu erarbeiten. Zuvor muss aber das Parlament das Postulat noch überweisen.

«Wir gehen davon aus, dass die Voraussetzungen für eine 30er-Zone gegeben sind», sagt Adrian Borgula (Grüne), Direktor Umwelt, Verkehr und Sicherheit. Das Gutachten ist gemäss Strassenverkehrsgesetz obligatorisch. Laut Tiefbauamt wird für die Studie mit Kosten bis zu 10 000 Franken gerechnet. Eine Umsetzung wäre ab 2019 möglich.

Der Stadtrat schreibt in seiner Stellungnahme weiter, dass an der Hirschmattstrasse bei 38 Liegenschaften die Lärmgrenzwerte überschritten werden. Diese liegen tagsüber bei 65 Dezibel und nachts bei 55. Erfahrungen aus anderen Quartieren zeigten, dass bei einer Reduktion auf 30 Stundenkilometer die Lärmbelastung erheblich vermindert wird.

Mit 50 Stundenkilometern fährt bereits heute kaum jemand durch die Hirschmattstrasse – schon aufgrund der zahlreichen Fussgängerstreifen. Aus dem Monitoring Gesamtverkehr Luzern ist zu entnehmen, dass die Busse in der Morgenspitze zwischen 7 und 8 Uhr mit durchschnittlich 16,7 Stundenkilometern fahren. In den Stosszeiten von 17 bis 18 Uhr sind es noch durchschnittlich 9,3 Stundenkilometer. VBL-Sprecher Christian Bertschi sagt daher: «Das Tempo spielt für uns keine Rolle.» Geklärt werden müsste jedoch eine andere Frage: «Bei einer 30er-Zone gilt der Rechtsvortritt, und damit wäre die Hirschmattstrasse als Hauptachse nicht mehr bevorzugt.»

Die Hirschmattstrasse ist nicht zum ersten Mal ein Politikum: 2014 forderten SP und Grüne in einem Vorstoss eine durchgehende Busspur. Doch der Stadtrat erteilte dem Ansinnen damals wegen der engen Platzverhältnisse und der Sicherheitsanforderungen bei Fussgängerübergängen eine Absage.


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