Tribschenhorn: Felswand kommt teilweise weg

SICHERHEIT ⋅ Um Steinschlag zu verhindern, werden oberhalb des Segelboothafens rund 100 Kubikmeter Fels abgetragen. Das ist in der Stadt Luzern kein Einzelfall.
30. November 2017, 00:00

Der Tribschenhornweg führt vom Segelboothafen Tribschenhorn in der Stadt Luzern steil hinauf zum Richard-Wagner-Museum. Oberhalb des Wegs gibt es eine markante Felswand. Hier bestand schon immer ein gewisses Risiko von herabfallendem Gestein. Geologen hätten während Unterhaltsarbeiten in diesem Frühjahr jedoch eine Verwitterung am Felsen festgestellt, teilte die Stadt gestern mit: «Ohne entsprechende Massnahmen könnte es längerfristig zu grösseren Abbrüchen von Felsmaterial kommen.» Darum habe man beschlossen, einen Teil der Felswand abzutragen.

Die von den Geologen bestimmten Felspartien werden nun Anfang Dezember – am Ende der Vegetationsperiode und vor Einsetzen des Frostes – durch einen spezialisierten Unternehmer in einem zweiwöchigen Einsatz abgebaut. «Schätzungsweise 100 Kubikmeter Fels werden abgetragen», sagt Valery Volken, Projektleiterin Siedlungsentwässerung/Naturgefahren im Tiefbauamt der Stadt Luzern.

«Als Naturdenkmal erkennbar bleiben»

Die Umgebung der Baustelle wird mit mobilen Schutzpalisaden vor Steinschlag gesichert. Diese Palisaden werden am Montagnachmittag, 4. Dezember, mit einem Helikopter installiert. Danach wird das verwitterte Felsmaterial mit Spitzarbeiten sowie der Hilfe eines speziellen Baggers entfernt und abtransportiert. Der Spazierweg bleibt während der Arbeiten gesperrt. «Spätestens am 15. Dezember sollte er wieder offen sein», sagt Volken.

Die Felsarbeiten werden rund 70 000 Franken kosten. Der Betrag wird von der Stadt Luzern ­getragen. Das Risiko von Steinschlag werde mit der Massnahme minimiert, so die Stadt. Auch nach den Eingriffen soll die Felswand aber unter Beobachtung bleiben. «Die Sicherheit wird ­laufend beurteilt», sagt Volken. Wichtig sei, dass die Felswand für Spaziergänger «als Naturdenkmal erkenn- und erlebbar bleibt».

Felssicherungsmassnahmen sind in Luzern keine Seltenheit. «Sie finden meist im Bereich einstiger Steinbrüche statt, von denen es in Luzern einige gibt», sagt Valery Volken. Spektakulärstes Beispiel war die Sicherung der 50 Meter hohen Felswand an der Sagenmattstrasse Anfang 2016. Wegen eines drohenden Felssturzes mussten damals 125 Bewohner umliegender Häuser evakuiert werden (wir berichteten).

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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