Einzelmaske

Vermisst wird: Biene Maja

12. Februar 2018, 00:00

Fasnacht ist fantastisch, soweit war sich meine Frauenclique einig. Da kann man einfach mal ein Grounding aus der Zeitgeschichte streichen (es grüsst die Swissair-Crew) oder die britische Königin vierfach klonen (God save the Queen!). Als stramme Pfaderinnen eroberten wir die Schötzer Jungwacht-Hochburg (allzeit bereit!) und machten als Punkrockerinnen selbst paukenlos den Guuggern Konkurrenz (Free Pussy Riot!).

Es gab Sujets (Taucherinnen), bei denen im Vorfeld vor allem die Accessoires reizten (echte Forellen), die sich aber im Nachhinein als Flop entpuppten (selbst tiefgekühlte Forellen tauen mal auf). Und da waren Sujets (Seminaristinnen), die trotz famoser Extras (Flaschenböden-Brillen) von Schmudo zu Schmudo wieder verworfen wurden. Vehement votiert hatte ich für Abba (wegen des Glitzers) oder für Metzger (wegen der Schnörrli). Vergebens.

Trotz wechselnder Sujets blieb bisher eines gleich: Durch die Vorfasnacht begleitete mich Bernina. Ihr Rattern verhalf mir im einen Jahr zum Rotkäppchen-Gewand und liess mich dieses im nächsten zum Muttergotteskäferli mutieren. Auch Biene Maja Marke Eigenbau liess sich sehen: Das Kostüm wurde von Kolleginnen viele Maskenbälle später noch ausgeführt. Rückgabe der Leihgabe? Schön wärs. Ich warte und warte noch immer.

Heuer hats fürs Nähen nicht gereicht. Gott sei Dank gibt’s die heimische Fasnachts­truhe. So kann ich mich dennoch unters Güdismändigsvolk mischen und hoffen, mein Bienchenkostüm in flagranti zu erwischen. Sollte Ihnen zufällig etwas Biene-Maja-Mässiges ins Auge stechen: Sachdienliche Hinweise sind an den nächsten Polizisten zu richten. Die seien ja schiins trotz Sparprogramm unterwegs. Ob irrtümlich clownesk oder absichtlich als Narren verkleidet war aus ermittlungstaktischen Gründen leider nicht in Erfahrung zu bringen.

Madame Fifi De La Peche

kanton@luzernerzeitung.ch


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