Zwei Veganer auf einen Schlag

GASTRONOMIE ⋅ Die Auswahl an veganen Restaurants ist in Luzern derzeit eher bescheiden. Das hat ein Ende: «Karl’s Kraut» am St.-Karli-Quai eröffnet im Februar – bereits Mitte Januar soll «Peacefood» im Maihofquartier loslegen.
04. Januar 2018, 00:00

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

«Hier öffnet bald das erste gesunde & rein vegane Restaurant in Luzern.» So steht es in grossen Buchstaben auf dem Schaufenster an der Maihofstrasse 57. «Peace­food» heisst das Lokal mit 20 Sitzplätzen, es soll voraussichtlich Mitte Januar aufgehen, wie Pächter Armando Martinez (44) sagt: «Wir sind in den letzten Zügen mit dem Einrichten.» Zuvor hatten hier ein Döner-Laden und danach ein portugiesischer Take-away ihr Glück versucht.

Martinez ist eigentlich Informatik-Fachmann und betreibt ganz in der Nähe eine eigene Firma für Computer-Support. Dass er keine Erfahrung in der Gastronomie-Branche hat, sieht er nicht als Problem: «Ich stehe ja nicht selber am Herd, sondern habe ­einen Koch angestellt.» Dafür wisse er, was es bedeutet, eine eigene Firma zu betreiben.

Cola und Pommes-Chips fehlen im Angebot

Weiter weiss Martinez natürlich auch, wie man sich vegan ernährt. Schon als Kind habe er keinen Sinn darin gesehen, tote ­Tiere zu essen. «Mir geht es vor allem um den gesundheitlichen Aspekt – wer sich vollwertig rein pflanzlich ernährt, schützt sich vor zahlreichen Zivilisationskrankheiten», meint Martinez. Mit «Peacefood» könne er diese Erkenntnis nun anderen Leuten weitergeben. Er betont aber: ­«Vegan heisst nicht automatisch gesund.» So würden Cola und Pommes-Chips nicht in sein Konzept passen. Dafür stünden satt machende Gerichte mit viel Gemüse auf der Karte – und alles ohne Konservierungsmittel, Zucker oder Gluten.

Die Idee zu «Peacefood» sei ihm «vor vielen Jahren» gekommen, so Martinez. Er habe ein gesundes Restaurant in Luzern vermisst. Als ein Kollege ihn auf das frei werdende Lokal an der Maihofstrasse aufmerksam machte, fackelte er nicht lange und rief den Vermieter an. Zwar handelt es sich nicht um eine 1A-Passantenlage, «doch wer sich gesund ernähren will, wird den Weg zu uns auf sich nehmen», gibt er sich zuversichtlich.

«Peacefood» ist nicht das einzige vegane Restaurantprojekt in Luzern: «Karl’s Kraut» heisst das andere, die Eröffnung war eigentlich im letzten Herbst vorgesehen (Ausgabe vom 21. März 2017). «Weil die Liegenschaft saniert wird, mussten wir die Eröffnung aus baulichen Gründen leider verschieben», sagt Jonas Käppeli (35), der das 45-plätzige Lokal am St.-Karli-Quai zusammen mit ­Corinne Wittinger (27) betreiben wird. Deshalb kochten die beiden als Übergangslösung bis Ende Jahr im «Neubad» vegan – laut Käppeli war die Resonanz durchwegs positiv. Eröffnet werden soll «Karl’s Kraut» nun Mitte Februar.

Am Konzept hat sich nichts geändert: Auch Käppeli und Wittinger setzen wie Martinez auf vegane, natürliche, biologische, glutenfreie und zuckerfreie Speisen. Mittags wird Service «au bar» angeboten. Das bedeutet: Die Gäste können sich an der Bar einen Teller zusammenstellen lassen. Kostenpunkt: rund 15 bis 25 Franken. Abends ist eine kleine Karte mit verschiedenen Gerichten und Service am Tisch geplant. «Als Inspiration dienen uns Lokale mit diesem Konzept, die ich in New York oder auch London besucht habe», so Käppeli.

«Luzern ist gross genug für mehrere Veganer-Lokale»

Dass nun fast gleichzeitig zwei vegane Restaurants in Luzern aufgehen und im Teehaus Blend in der Altstadt bereits vegane Speisen im Angebot sind, nimmt Käppeli sportlich: «Es ist doch super, gemeinsam für mehr pflanzliche Ernährung einzustehen.» Zumal sich die Konzepte dieser Lokale unterscheiden würden. «Ich bin überzeugt, dass es für alle drei Platz hat – veganes Essen entspricht dem Zeitgeist.»

Das sieht «Peacefood»-Betreiber Armando Martinez auch so: «Unsere Stadt ist definitiv gross genug für mehrere Veganer-Lokale.»


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