Der parteilose Mitte-Kandidat

21. April 2017, 00:00

Emmanuel Macron Der 39-Jährige gilt als Phänomen im französischen Wahlkampf. Der Parteilose tritt mit sozial- und wirtschaftsliberalen Positionen an und versteht sich als Vertreter der politischen Mitte. Der ehemalige Investmentbanker und frühere Wirtschaftsminister inszeniert sich als Erneuerer, der Links-Rechts-Kategorien durchbrechen will. Im Wahlkampf warb er für umfassende Reformen des Arbeitsmarktes und des Rentensystems. Das moderne Gesicht der Wahlkampagne ist er auch aus pri­vaten Gründen: Mit Homestorys in ­People-Magazinen schlachtet Macron seine unkonventionelle Ehe mit seiner früheren Französischlehrerin, der 24 Jahre älteren Brigitte Trogneux, glamourös aus. Nicht zuletzt deshalb wird der juvenile Politiker auch als «französischer Kennedy» bezeichnet und stösst gerade bei jungen Wählern auf Zuspruch.

Macron kommt in Umfragen auf 23 Prozent und gilt wenige Tage vor der Wahl als Favorit im Rennen um das Präsidentenamt. Wegen seiner proeuropäischen Äusserungen – «Ich habe Europa im Herzen», so einer seiner Wahlslogans – wird ihm auch das Wohlwollen Brüssels und Berlins attestiert. (isd)


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