Die AfD will regieren

06. September 2016, 00:00

Landtagswahlen crb. Nach dem Wahldebakel für die CDU in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Partei am Sonntag auf unter 20 Prozent Stimmenanteil und erstmals überhaupt hinter die Alternative für Deutschland (AfD) zurückgefallen ist, räumte CDU-Chefin Angela Merkel gestern erstmals eine Mitverantwortung für das schlechte Abschneiden ihrer Partei ein. Bundespolitische Themen, vor allem die Flüchtlingspolitik, hätten in Mecklenburg-Vorpommern den Wahlkampf dominiert. Nun müssten alle darüber nachdenken, wie das verloren gegangene Vertrauen der Wähler zurückgewonnen werden könne. «Auch ich», fügte die Kanzlerin hinzu. Wie zuletzt mehrmals lehnte es Merkel abermals ab, ihre Politik einer Korrektur zu unterziehen. «Ich halte die Entscheidungen, so wie sie getroffen wurden, für richtig. Aber wir haben noch viel zu tun.»

«Krempeln dieses Land um»

Derweil sieht sich die AfD auf dem Weg zu einer Volkspartei. «Wir krempeln dieses Land um», sagte der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen gestern in Berlin. Die AfD will ihren Erfolg bereits in zwei Wochen in Berlin bestätigen, wo das Abgeordnetenhaus neu gewählt wird. In einem Jahr will die Partei zudem in den Bundestag einziehen. «Man wird irgendwann keine Regierung mehr ohne uns bilden können», kündigte Meuthen an. «Wir wollen langfristig in diesem Land regieren.»

Allerdings haben bisher sämtliche Parteien ausgeschlossen, mit der AfD eine Koalition einzugehen. Meuthen geht davon aus, dass diese Verweigerungshaltung schon bald abgelegt wird. Die zweite Vorsitzende, Frauke Petry, attestierte der CDU eine «fortgesetzte Arroganz der Macht», da die Christdemokraten nach der Wahl keine eigenen Versäumnisse ihrer Politik eingestehen wollten. Selbstbewusste Töne schlug auch Partei-Vize Alexander Gauland, ehemaliges Mitglied der CDU, an. «Ich glaube, dass wir, wenn das so weitergeht, die CDU als Partei der bürgerlichen Mitte ablösen werden.»


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: