Hofer gegen Van der Bellen

25. November 2016, 00:00

Zweikampf Bei den Bundespräsidentschaftswahlen in Österreich treffen zwei Männer mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen aufeinander: Norbert Hofer wird als «Kandidat des Volkes» inszeniert. Der 45-jährige stellvertretende Nationalratspräsident gilt als das «freundliche Gesicht» der rechtspopulistischen FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs). Polternde Auftritte sind ihm eigentlich fremd.

Kritiker sehen im vierfachen Familienvater, der sich von der Regionalpolitik bis an die Spitze des Parlaments gekämpft hat, einen «Wolf im Schafspelz». Hofer ist massgeblich an der Entstehung des europakritischen Parteiprogramms beteiligt. Er schaffte es aber gut, soziale Netzwerke einzusetzen und unzufrie­dene Bürger abzuholen.

Hofers Gegner Alexander Van der Bellen wiederum ist ein Migrantenkind. Als Sohn einer Familie mit estnischen und russischen Wurzeln, die im Zweiten Weltkrieg vor den Russen ins Deutsche Reich flüchtete, wuchs er in Wien und im Tirol auf. In Österreich machte Van der Bellen, der meistens bedächtig spricht und besonnen wirkt, Karriere als Wirtschaftswissenschaftler.

Der zweifache Vater entschied sich erst spät für eine Laufbahn in der Politik. 1994 zog Alexander Van der Bellen für die Grünen ins Parlament ein und wurde bald danach Parteichef. Zur Bundespräsidentenwahl tritt der 72-Jährige als Unabhängiger an. Er ist glühender Anhänger eines multikulturellen, toleranten Europas. Das Rennen zwischen den beiden gilt als völlig offen. (sda)


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