Mit dem Schiff nach Marokko

20. Juni 2017, 00:00

Neuerung Sperren sich abgewiesene Asylbewerber und Ausländer ohne Bleiberecht partout, mit Händen und Füssen, gegen ihre Ausschaffung, chartert der Bund einen Sonderflug. Unter Polizeibegleitung und – wenn nötig – mit Handschellen und anderen Fesselungsmitteln werden die betroffenen Personen in ihre Heimat zurückgeschickt. Im letzten Jahr wies der Bund auf diese Weise 341 Personen in 67 Sonderflügen aus. Einige Länder wie Algerien und Marokko akzeptieren die Rückführung ihrer Bürger mit Sonderflügen nicht.

In Frankreich auf die Fähre umgestiegen

Im Fall von Marokko geht das Staatssekretariat für Migration (SEM) jetzt neue Wege. In den letzten drei Jahren hat es bei sechs Rückführungen insgesamt neun Personen auf dem Seeweg in ihr Ursprungsland zurückgeschickt, wie SEM-Sprecher Martin Reichlin sagt. Zuerst wurden die Abschiebekandidaten per Sonderflug nach Frankreich gebracht, ehe die unfreiwillige Reise auf der Fähre ihre Fortsetzung fand. In andere Länder plant das SEM derzeit keine Zwangsausschaffungen via Seeweg. Dass es das nach Marokko tut, schrieb der Bundesrat Anfang Juni in der Antwort auf eine Interpellation der SVP. (kä)


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