Schmollender SPler und anständiger Köppel

21. September 2017, 00:00

Nach der Wahl von Ignazio Cassis erhob sich der ganze Nationalratssaal. Der ganze Saal? Einer blieb sitzen, und zwar SP-Nationalrat Manuel Tornare. Später, in der Wandelhalle, da sagte der Genfer: «Es ist nichts Persönliches. Aber Cassis ist ein Handlanger der SVP.» Mehr Grösse zeigte dann die Partei von Tornare per Communiqué: «Die SP ist bereit, die anstehenden Aufgaben gemeinsam mit Ignazio Cassis anzugehen.» (bär)

Ein besonderer Tag war gestern auch für den früheren FDP-Nationalrat Fulvio Pelli. Der Tessiner hatte noch als Parteipräsident den Boden dafür bereitet, dass sein Kanton nun wieder einen Vertreter in den Bundesrat schicken kann. Pelli, einst selbst möglicher Bundesratskandidat, reagierte gewohnt trocken – doch konnte er nicht verbergen, dass seine Augen vor Freude feucht wurden. (ffe)

Bei der Abschiedsrede von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf vor zwei Jahren hatte SVP-Nationalrat und Verleger Roger Köppel deutlich hörbar in die Tasten seines Laptops gehauen – was ihm erboste Reaktionen von Mitte-links eintrug. Der gestrigen Ansprache von Bundesrat Didier Burkhalter lauschte Köppel aufmerksam. Dafür musste er den Text für seine «Weltwoche» dann im leeren Saal schreiben, während alle anderen beim Apéro weilten. (bär)

Als Sprengkandidatin wurde vor der Wahl die ehemalige Tessiner FDP-Regierungsrätin Laura Sadis gehandelt. Alle Versuche verliefen jedoch im Sand. Im ersten Wahlgang gingen nur 16 Stimmen nicht an die offiziellen drei FDP-Vertreter. Die 16 verteilten sich auf mehrere wilde Kandidaten: Keiner von ihnen erreichte 10 Stimmen, was die Voraussetzung dafür wäre, dass ihr Name genannt wird. Damit bleibt es Geheimnis des Stimmbüros, ob einige SVP-Politiker in der ersten Runde wahr machten, was sie am Vorabend an der «Bellevue»-Bar angedroht hatten:Siewolltenden Namen der Tessiner Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi auf den Zettel schreiben. (ffe)


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