Anklage heruntergestuft

01. Dezember 2016, 00:00

Asbestprozess Erfolg für Stefan Schmidheiny: In Turin hat ein Gericht zwar grünes Licht für einen zweiten Eternitprozess im Zusammenhang mit asbestverursachten Todesfällen gegeben. Der Schweizer Industrielle muss sich aber nur wegen fahrlässiger und nicht wegen vorsätzlicher Tötung verantworten.

Als Konsequenz dieses Entscheids von Richterin Federica Bompieri vom Dienstag im Rahmen der Vorverhandlung beginnt ab 14. Juni 2017 ein Hauptverfahren. An dem werden jedoch lediglich zwei der von der Anklage aufgeführten 258 Fälle verhandelt. Über 100 der angeklagten Fälle sind verjährt.

Zudem hiess die Richterin die Einwände der Verteidigung zur fehlenden Zuständigkeit des Turiner Gerichts mehrheitlich gut und verwies eine Vielzahl noch nicht verjährter Fälle an die regionalen Staatsanwaltschaften von Reggio Emilia, Neapel und Vercelli. Dort müssen die Verfahren wieder von vorne aufgerollt werden. Der Präsident der Vereinigung der Opferfamilien sprach nach dem Gerichtsentscheid von «tiefer Verbitterung». (sda)


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: