CS prognostiziert stärkeres Wachstum

KONJUNKTUR ⋅ Die Credit Suisse erwartet ein bewegtes neues Jahr. Für Europa sind die Prognosen aber eher schlecht.

02. Dezember 2016, 00:00

Die Credit Suisse ist für die globale Konjunktur zuversichtlich. Die Grossbank prognostiziert der Weltwirtschaft gemäss dem gestern publizierten Investment Outlook für das kommende Jahr ein Wachstum von 3,4 Prozent nach 3,1 Prozent 2016. Damit zeigt sich die CS vorsichtig optimistisch. Zur Begründung verweist sie auf die wirtschaftliche Situation in den Schwellenländern und in den USA.

Die CS geht davon aus, dass in den meisten Schwellenländern nach der hartnäckigen Flaute ein Aufschwung einsetzt. Die Credit Suisse erwähnt als Beispiel Brasilien, das langsam aus der Krise finden soll. Trotz Rückgang des Wirtschaftswachstums werde zudem auch China weiterhin ein Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft bleiben. Einen Wachstumsimpuls erwartet die CS auch von den USA. Die entsprechenden Prognosen für die Vereinigten Staaten lauten auf eine Wachstumsbeschleunigung auf 2,0 Prozent nach 1,5 Prozent 2016. Dies ist jedoch gemäss Credit Suisse noch keine oder nur in geringem Ausmasse eine Auswirkung der Präsidentschaftswahlen. Der Aufschwung habe nämlich schon vor diesen eingesetzt.

Weniger zuversichtlich fallen dagegen die Prognosen für Europa aus. So soll die Wirtschaft der Eurozone zwar auch 2017 um 1,4 Prozent zulegen. Nach einem Wachstum von 1,7 Prozent im laufenden Jahr würde dies jedoch eine leichte Abkühlung bedeuten. Zudem weist die Credit Suisse auf die Möglichkeit weiterer politischer Schocks in Europa hin. Nach dem Brexit und der Wahl von Donald Trump sei es zum Beispiel denkbar geworden, dass 2017 in Frankreich FN-Politikerin Marine Le Pen Staatspräsidentin werde, sagte CS-Anlagechef Michael Strobaek an einer Präsentation in Zürich. Seiner Meinung nach markiert der Brexit auch eine Zeitenwende in der EU, die noch massive Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben werde.

Der Schweiz prognostiziert die CS für 2017 mit 1,5 Prozent ein gleich hohes Wachstum wie im laufenden Jahr. Die Grossbank geht dabei davon aus, dass sich in der Exportindustrie die Erholung nach dem Frankenschock fortsetzen wird. Der Wachstumsbeitrag der Inlandnachfrage dagegen werde schrumpfen. Wie für die Eurozone macht die CS aber auch für die Schweiz einige Risiken aus. Die Schweizer Wirtschaft könne nur wachsen, wenn auch die Eurozone zulege. Zudem bestehe weiterhin das Risiko grösserer Wechselkursschwankungen, dies insbesondere, wenn es in Europa zu weiteren politischen Schocks komme.

Ganz allgemein erwartet die CS ein bewegtes neues Jahr. Es drohten Konflikte und politische Brüche, sagte Strobaek. Insbesondere zwischen den Generationen hätten die Spannungen zugenommen. Sowohl beim Brexit wie bei den US-Präsidentschaftswahlen hätten sich die Babyboomer gegen die Millennials durchgesetzt, mit voraussichtlich weit reichenden Folgen. (sda)


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