Credit Suisse holt bekannte Köpfe

06. September 2016, 00:00

FINANZINDUSTRIE dz. Nun ist auch die Credit Suisse mit der Inbetriebnahme ihrer operativ selbstständigen Schweizer Unternehmenseinheit, der Credit Suisse (Schweiz) AG, auf die Zielgerade eingebogen. Ein Jahr nach der UBS besetzt auch die zweitgrösste Schweizer Bank den Verwaltungsrat ihrer im April 2015 gegründeten Tochtergesellschaft auf Anfang Oktober mit dem nötigen Personal. In Übereinstimmung mit den Auflagen der Finanzmarktaufsicht Finma nehmen zwei Externe in dem sechsköpfigen Gremium Platz. Es handelt sich um Alexandre Zeller, den aktuellen Präsidenten des den Banken gehörenden Finanzmarktinfrastruktur-Betreibers SIX, sowie um Peter Derendinger, Mitbegründer und Chef einer Investmentfirma. Die restlichen vier Positionen werden durch Personen besetzt, die bereits bei der CS tätig sind.

Kooperation mit UBS?

Zeller soll das Präsidium der Credit Suisse (Schweiz) AG übernehmen. Der Wechsel des 55-Jährigen zur Grossbank gibt den Kritikern Zündstoff, die mit Blick auf dessen frühere Tätigkeit für die CS von 1988 bis 2002 das Etikett der Unabhängigkeit in Zweifel ziehen. Doch solche Betrachtungen lassen sich auf den Führungsetagen im engen Schweizer Markt ohnehin fast immer und überall anstellen. Interessanter ist deshalb die Frage, ob die CS mit Zellers Besetzung ein konkretes Ziel verbindet. UBS-Chef Sergio Ermotti hatte im August die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit von Grossbanken in den rückwärtigen Bereichen angesprochen, und jüngst hat sich auch die CS offen für solche Initiativen gezeigt. Ob Zeller als Kooperationsstratege ein entsprechendes Pflichtenheft entgegengenommen hat, wird sich möglicherweise bald zeigen.


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