Mehr Schweizer Schoggi im Ausland

NAHRUNGSMITTEL ⋅ Während die Schokoladenexporte deutlich zulegen, hat die Branche im Inland einen leichten Rückgang zu verzeichnen.

15. März 2017, 00:00

Der Appetit ausländischer Kundschaft auf Schweizer Schoggi hat der Branche im vergangenen Jahr erneut zu einem Wachstum verholfen. Die Gesamtmenge der verkauften Schweizer Schokoladen im In- und Ausland stieg um 2,3 Prozent auf 185639 Tonnen, wie der Branchenverband Choco­suisse gestern mitteilte. Der Umsatz der Branche stieg um 1 Prozent auf 1,76 Milliarden Franken.Das Exportgeschäft legte im Jahr 2016 mengenmässig um 4,3 Prozent auf 122034 Tonnen zu. Der damit erzielte Umsatz erhöhte sich um 3,7 Prozent auf 874 Millionen Franken. Die Umsätze im In- und Ausland halten sich beinahe die Waage. 2016 erzielten die 18 Mitglieder des Branchenverbands in der Schweiz einen Umsatz von 890 Millionen Franken. Das entspricht einem Minus von 1,5 Prozent. Der Absatz im Inland sank um 1,2 Prozent auf 63605 Tonnen.

Die Zahlen zeigen, dass der Auslandsmarkt für die Schweizer Chocolatiers immer wichtiger wird. Zwei von drei in der Schweiz hergestellten Schokoladen gehen in den Export. Zur Jahrtausendwende wurde der grösste Teil der Schweizer Schokolade noch im Inland verkauft. Zwar wurde im wichtigsten Exportmarkt Deutschland ein starker Rückgang im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet. Dafür versüssten deutliche Zuwachsraten in den übrigen Top-Exportländern die Bilanz der Branche: Grossbritannien (+7 Prozent), Frankreich (+8), Kanada (+8) und USA (+19). Unter den Top-20-Exportländern zeigte Israel das grösste Wachstum. Ebenfalls gut bis sehr gut entwickelten sich die Märkte in Italien, Spanien, Österreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Philippinen, in Saudi-Arabien und Japan. Rückgänge musste die Branche in Australien, China, Brasilien und Russland hinnehmen.

Pro-Kopf-Konsum ist gesunken

Gleichzeitig zeigt sich, dass Schweizerinnen und Schweizer immer mehr ausländische Schokoladen essen. Der Importanteil hat 2016 zum ersten Mal den Wert von 40 Prozent überschritten. Vor zehn Jahren lag der Wert noch bei 30 Prozent. Grund dafür sei vor allem die generelle Zunahme des grenzüberschreitenden Handels. Die Währungssituation ab 2011 habe diesen Prozess zusätzlich beschleunigt. Wegen des starken Frankens sind Importprodukte günstiger geworden.

Schweizerinnen und Schweizer verzehrten im vergangenen Jahr etwas weniger Schokolade als 2015. Der Pro-Kopf-Konsum sank um 100 Gramm auf 11 Kilo. Der Trend der letzten Jahre zu einem kleineren Schoggikonsum wurde somit bestätigt. Noch 2009 lag der Verbrauch pro Kopf bei 12,4 Kilo.

Für Chocosuisse-Direktor Urs Furrer sind die Zahlen kein Grund zur Aufregung. Der langjährige Vergleich zeige, dass der Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz zwischen 10,5 und 12,5 Kilo pro Jahr schwanke, sagte er. (sda)


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