Neue Technologien und Japan im Zentrum

CEBIT ⋅ Selbstfahrende Autos, Roboter und Drohnen gehören zu den Hauptthemen an der diesjährigen Computermesse in Hannover. Auch die Schweiz ist prominent vertreten.

21. März 2017, 00:00

Die weltweit grösste Computermesse öffnete gestern ihre Tore für die Besucher. Auch Schweizer Hersteller präsentieren dem Publikum Produkte. Die Schweizer Botschafterin in Berlin, Christine Schraner Burgener, eröffnete am Mittag den Swiss Pavilion. Darin stellen sich über 30 Messeaussteller aus der Schweiz vor, darunter Start-ups, etablierte Unternehmen und Hochschulen.

Schwerpunkt der IT-Messe mit über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern sind in diesem Jahr neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz und Drohnen. Mit dem traditionellen Rundgang der deutschen Kanzlerin Angela Merkel erfolgte gestern Morgen der Startschuss für die Besucherinnen und Besucher. In diesem Jahr ist Japan das Partnerland, mit über 70 Ausstellern vor Ort.

Deutschland und Japan haben bei der Digitalisierung eine verstärkte Zusammenarbeit vereinbart. In einer am Sonntag unterzeichneten «Hannover-Deklaration» seien Bereiche der Kooperation definiert worden, sagte der deutsche Staatssekretär Matthias Machnig aus dem Wirtschaftsministerium auf der IT-Messe.

Digitale Agenda für die G20

Dazu gehörten neben dem autonomen Fahren die künstliche Intelligenz oder die Datenanalytik. «Japan und Deutschland gehen einen ähnlichen Weg in der Digitalisierung», betonte Machnig. Die Zusammenarbeit solle auch in einer digitalen Agenda für die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) münden, der Deutschland aktuell vorsteht.

Schon bei der Eröffnung am Vorabend hatten sich Kanzlerin Angela Merkel und Shinzo Abe, der Ministerpräsident Japans, für eine intensivere Kooperation und einen freien und fairen Welthandel ausgesprochen.

Ähnlich wie Merkel betonte auch Machnig am ersten Messetag, Europa sei oft langsam bei der Digitalisierung. Ein weltweiter freier Datenverkehr sei für die Digitalisierung wichtiger Eckpfeiler: «Wir brauchen keine Mauern, wir brauchen Offenheit und Zusammenarbeit», sagte er. «Die Hannover-Deklaration soll die industrielle Kooperation vorantreiben», sagte der Generaldirektor für die Digitalwirtschaft im japanischen Wirtschaftsministerium, Hiyoshi Mori. Es gehe vor allem um die Frage, wie die industrielle Wertschöpfung durch die Digitalisierung vorangebracht werden könnte.

Japan und Deutschland seien beides Spitzenanbieter bei der Automobilproduktion und hätten gerade bei der Entwicklung des autonomen Fahrens viele gemeinsame Fragen und Ausgangspositionen. «Japan ist ein Labor der Zukunft, das wir von hier in Deutschland mit der Lupe anschauen sollten», sagte der Präsident des Digital-Branchenverbands Bitkom, Thorsten Dirks.

Der Mensch im Mittelpunkt

Jeder vierte der weltweit führenden Technologiekonzerne habe seinen Sitz in Japan, das Land sei im internationalen Vergleich eine der führenden Nationen bei der Digitalisierung. Das gelte auch beim demografischen Wandel, der das asiatische Land früher als Deutschland zur Suche nach Lösungen – etwa durch Pflegeroboter – gezwungen habe.

Fujitsu-Chef Masami Yamamoto betonte, dass bei allen technologischen Umbrüchen der Mensch stets im Mittelpunkt bleiben müsse. (sda)


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