Pilotenstreik dauert an

FRANKFURT ⋅ Die Lufthansa-Piloten haben ihren Streik noch einmal verlängert. Der Konzern fordert eine Schlichtung.

25. November 2016, 00:00

Die Piloten bei der Lufthansa haben ihren Streik auf einen vierten Tag verlängert. Die Pilotengewerkschaft Cockpit wird nun auch am Samstag streiken, wie sie gestern in Frankfurt mitteilte. Betroffen sind alle Langstreckenflüge, die an diesem Tag von Deutschland aus starten sollen.

Die Gewerkschaft hatte den ursprünglich auf einen Tag angesetzten Ausstand bereits mehrmals verlängert. Heute fallen wegen des verlängerten Pilotenstreiks bei Lufthansa erneut 830 Flüge aus. Am dritten Streiktag hintereinander sind dieses Mal nahezu ausschliesslich Kurz- und Mittelstrecken betroffen, mit zusammen rund 100000 Passagieren. Anders als an den Vortagen werde die Langstrecke «nahezu planmässig durchgeführt». Insgesamt seien an den drei ersten Streiktagen mehr als 315000 Passagiere von 2618 Flugaus­fällen betroffen, resümierte Lufthansa. Nur wenige Fluggäste wichen auf die Bahn aus.

150000 Mails und SMS

Die Schweiz ist am Freitag analog zu den zwei Streiktagen Mittwoch und Donnerstag betroffen. So fallen zehn Verbindungen zwischen Zürich und Frankfurt aus. Zudem streicht die deutsche Fluggesellschaft sechs Verbindungen zwischen Genf und Frankfurt. Die Flüge zwischen Basel und Frankfurt sollen plangemäss stattfinden.

Der Konzern erklärte, es seien mehr als 150000 Mails oder SMS mit Fluginfos versendet worden. An die wenigen gestrandeten Passagiere wurden Snacks, Wasser und Saft verteilt. Lufthansa hat vorsorglich in München und Frankfurt Tausende Hotelbetten reserviert. Im Frankfurter Terminal standen zudem wieder Feldbetten für Transit-Fluggäste, die ohne Visum nicht in den Schengen-Raum einreisen dürfen.

Der Konzern forderte die Pilotengewerkschaft mit Nachdruck dazu auf, einer Schlichtung zuzustimmen. «Wir sind als Vorstand für mehr als 120000 Mitarbeiter verantwortlich und wollen Lufthansa zukunftsfähig aufstellen. Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein», so Lufthansa-Geschäftsleitungsmitglied Harry Hohmeister. (sda)


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