Region Vierwaldstättersee verliert am meisten

TOURISMUS ⋅ Die Logiernächte sind im Ferienmonat Juli leicht zurückgegangen. Einzelne Regionen verzeichneten aber auch mehr Übernachtungen.

06. September 2016, 00:00

eme. Die Schweizer Hotellerie erfreute sich im Juli über mehr Gäste aus dem Inland. Dieser Zustrom vermochte die rückläufigen Buchungen aus dem Ausland aber nicht vollständig wettzumachen. Gesamthaft verzeichneten die hiesigen Hotels und Kurbetriebe 4,1 Millionen Übernachtungen im Juli. Das ist gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ein Rückgang von 0,4 Prozent (18 000 Logiernächte).

Rund 2,3 Millionen Übernachtungsbuchungen machten ausländische Gäste aus. Das Minus von 46 000 Logiernächten entspricht 2 Prozent. Gäste aus dem Inland sorgten für 1,8 Millionen Übernachtungen, was ein Plus von 1,6 Prozent (29 000) bedeutet. Diese Zahlen veröffentlichte gestern das Bundesamt für Statistik.

China sorgt für stärksten Rückgang

Die tiefere Zahl ausländischer Touristen hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die Reiselust nach Europa wegen der Terroranschläge in Frankreich und Belgien allgemein gesunken. Weiter führt die abgekühlte Konjunktur in verschiedenen Ländern bei vielen Reisefreudigen zu Einsparungen. Der Rückgang von Feriengästen aus China erklärt die Tourismusbranche aber auch mit der verschärften Visumspflicht für das Reisen in den Schengen-Raum.

Im Vergleich zum Juli vor einem Jahr ging die Bettenbelegung von Gästen vom asiatischen Kontinent um 5 Prozent (36 000 Logiernächte) zurück. In der Auswertung aller Herkunftsländer wies China mit einem Minus von 23 Prozent (48 000) den stärksten Rückgang aus.

Auch Deutsche (–3,6 Prozent), Franzosen (–3,5 Prozent), Briten (–3,3 Prozent) und Italiener (–11 Prozent) schliefen weniger häufig in hiesigen Hotels. Allgemein resultierte bei den Übernachtungen durch Gäste aus Europa (ohne die Schweiz) ein Minus von 11 000 Logiernächten, was knapp 1 Prozent ist. Gegen den europäischen Trend buchten die Belgier; mit einem Mehr an Logiernächten von 6,8 Prozent. Für ein klares Plus sorgten die Gäste aus den Golfstaaten (15,6 Prozent) und den USA (5,5 Prozent).

Schweizer strömten ins Tessin

Die geschwächte Reiselust aus dem Ausland trifft die Schweizer Hotellerie sehr unterschiedlich. In der Hälfte der 14 Tourismusregionen gingen die Logiernächte unter dem Strich zurück. Die anderen Regionen konnten das Ausbleiben der Ausländer durch klar mehr heimische Gäste kompensieren.

Am deutlichsten in absoluten Zahlen gingen die Buchungen in der Region Luzern/Vierwaldstättersee zurück. So verzeichneten deren Hotels 23 000 Buchungen weniger (–5 Prozent). Neben Luzern hatten auch Graubünden, das Wallis und vier weitere Regionen weniger Hotelübernachtungen. Umgekehrt legten das Tessin, das Genferseegebiet, die Regionen Zürich und Fribourg, die Ostschweiz sowie Jura und Drei-Seen-Land zu.

Den höchsten Zuwachs gab es im Tessin mit 31 000 zusätzlichen Logiernächten (9,5 Prozent). Der «Sonnenstube der Schweiz» gelang es, viel mehr nationale Gäste in den Süden zu locken als im Vorjahr: Im Juli buchten Besucher aus der Schweiz 235 000 Übernachtungen im Tessin, im Vorjahresmonat waren es «nur» 207 000. Das ist ein Inländerplus von 14 Prozent.

Gesamtjahr im Minus

Für das Gesamtjahr summieren sich die Logiernächte in Schweizer Hotels und Herbergen auf 20,9 Millionen. Dies entspricht einer Abnahme zum Vorjahr von 1 Prozent oder 216 000 Übernachtungen. Aufgeschlüsselt nach in- und ausländischen Gästen sieht es wie folgt aus: 11,4 Millionen Logiernächte von Ausländern (–2,4 Prozent/–280 000) und 9,5 Millionen Buchungen aus der Schweiz (0,7 Prozent/64 000).


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