Toshiba braucht mehr Zeit

BILANZ ⋅ Der Technologiekonzern verschiebt erneut die Bilanzvorlage. Der nächste Termin ist im April.
15. März 2017, 00:00

Wegen Problemen bei seiner US-Atomsparte hat der angeschlagene japanische Technologiekonzern Toshiba erneut die Vorlage seiner Quartalszahlen verschoben. Der Konzern entschuldigte sich gestern bei den Anteilseignern und Investoren.

Sofern die Finanzaufsicht zustimmt, wäre die nächste Frist zur Vorlage der Bilanzzahlen für die ersten neun Monate des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres der 11. April. Kann Toshiba auch diese Frist nicht einhalten, droht die Streichung vom Börsenzettel.

Verkauf ist eine Option

Die Probleme der US-Atomsparte haben ein gewaltiges Loch in die Bilanz gerissen. Toshiba hatte kürzlich eine Wertberichtigung in Höhe von 721,5 Milliarden Yen (6,4 Milliarden Franken) bekanntgegeben. Auslöser für die Wertberichtigung sind Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Bau von Atomkraftwerken in den USA. Die Japaner hatten den US-Atomkonzern Westinghouse für über 5 Milliarden Dollar gekauft, und dieser hatte wiederum die Spezialbaufirma Stone & Webster übernommen, auf die sich die Abschreibungen zu grossem Teil beziehen. Nun prüft Toshiba einen Verkauf der Mehrheit an der Problemsparte. Das Unternehmen stelle die Positionierung der Atomtochter auf den Prüfstand und «erwägt aggressiv strategische Optionen», wie es in der Mitteilung von gestern heisst.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Toshiba mit einem Verlust von 390 Milliarden Yen statt zuvor erwarteter 145 Milliarden Yen Gewinn. (sda)


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