Triba geht in Valiant auf

ÜBERNAHME ⋅ Triba ist schon seit acht Jahren eine Partnerbank von Valiant. Nun will Valiant die kleine Regionalbank in Triengen vollständig übernehmen. Der Preis für die Übernahme beziffert sich auf 55 Millionen Franken.
18. März 2017, 00:00

Rainer Rickenbach

rainer.rickenbach@luzernerzeitung.ch

Für die Kunden der Triba Partnerbank ändere sich nichts, wenn diese wie geplant im kommenden Jahr in die Bank Valiant einverleibt wird, sagt Valiant-Sprecher Marc Andrey. «Die Filialen bleiben und die Kundenberater auch.» Triba hat 16 000 Kunden und Geschäftsstellen in Triengen, Büron, Nebikon, Reiden und Sempach-Station (Tabelle).

Bereits seit 2009 hält die Bank Valiant, die vor allem in den ländlichen Gebieten der Kantone Bern, Luzern und Aargau verankert ist, gut 30 Prozent an der Triba Partnerbank. Damals hatte Triba mit den Folgen eines Falles von Veruntreuung durch einen Mitarbeiter zu kämpfen. Nun sollen auch die restlichen Anteile an die Retail- und KMU-Bank mit dem violetten Logo gehen.

Valiant beschäftigt die Mitarbeitenden weiter

Valiant verspricht sich von der vollständigen Übernahme, im Surental neu Fuss zu fassen und die Präsenz im Wiggertal sowie in der Region Sempach zu verstärken. Die 30 Triba-Mitarbeitenden werden weiterbeschäftigt. Auch ohne die fünf Triba-Geschäftsstellen betreibt Valiant bereits 16 Standorte im Kanton Luzern, die meisten davon in den ländlichen Gebieten. Mit diesem Filialnetz befindet sie sich auf Augenhöhe mit der Luzerner Kantonalbank und den Raiffeisen-Genossenschaften. Das dichte Filialnetz ist historisch gewachsen, Vorgängerbanken wie die Regiobank brachten es in die diversen Fusionen ein. «Wir haben Triba zugesichert, ihre Geschäftsstellen weiterzuführen. Es handelt sich aber nicht um ein Versprechen für alle Ewigkeit», sagt Valiant-Sprecher Andrey. Valiant setzt beim Ausbau des Filialnetzes auf Digitaltechnologie, in Brugg zum Beispiel haben sie eine Geschäftsstelle mit moderner Technologie, wenig Personal und ohne Bargeldkasse eröffnet (Ausgabe vom 16. Februar).

Für Triba ist es schwierig geworden, die hohen regulatorischen Anforderungen allein zu bewältigen, die Investitionen für die Digitalisierung zu schultern und sich im zunehmend schärferen Wettbewerb bei gleichzeitig schwindenden Margen zu behaupten. «Heute können wir einen solchen Entscheid aus einer Position der Stärke treffen», lässt sich Triba-Verwaltungsratspräsident Arne Fischer zum Fusionsentscheid zitieren. Der Kauf von rund 70 Prozent der Triba-Aktien dürfte Valiant rund 55 Millionen Franken kosten. Sie bietet den Triba-Aktionären einen Preis von 1450 Franken pro Aktie. In dieser Summe enthalten ist eine Prämie von 9 Prozent zum Durchschnittskurs der zurückliegenden paar Monate. Der Verwaltungsrat von Triba empfiehlt den Aktionären, das Angebot anzunehmen.

Auf den Kurs der Valiant-Aktie hatte die Ankündigung, Triba zu übernehmen, kaum Einfluss. Sie legte minim um 0,09 Prozent zu. Auf Zustimmung stösst die Übernahme bei Branchenkennern. «Es handelt sich um einen logischen Schritt, der so zu erwarten war», sagt etwa Christoph Lengwiler, Leiter des Institutes für Finanzdienstleistungen in Zug und selbst Verwaltungsratsmitglied bei der Berner Kantonalbank. Mit der Übernahme lassen sich nach seiner Einschätzung Kosten sparen.


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