Barry Callebaut mit deutlich höherem Gewinn

ZÜRICH ⋅ Der weltgrösste Schokoladehersteller Barry Callebaut hat in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahrs sein Absatzvolumen gesteigert. Dabei resultierte ein Reingewinn von 173 Millionen Franken, 37,5 Prozent über Vorjahr.
12. April 2018, 00:00

Der weltgrösste Schokoladekonzern Barry Callebaut hat während der letzten Monate mit der Lancierung seiner rosa Ruby-Schokolade von sich reden ­gemacht. Nach einem wachstumsstarken profitablen Semesterergebnis beurteilt das Unternehmen die Aussichten für das Gesamtjahr rosig.

Konzernchef von Barry Callebaut, Antoine de Saint-Affrique, nennt es die vierte Schokolade und die erste Schokoladeninnovation seit der Erfindung des weissen Galak-Riegels durch Nestlé in den 30er-Jahren. Nach zehn Jahren Entwicklung hatte Barry Callebaut die rosa Ruby-Schokolade im Herbst vorgestellt. Im Januar führte Barry-Grosskunde Nestlé in Japan und Südkorea die Ruby-Kitkat ein. Die nächsten Tage soll Grossbritannien in den Genuss des rosa Kitkat kommen. Der Marktstart in der Schweiz bleibt noch offen.

Dass Nestlé für das neue Produkt 1.20 Dollar verlangt und damit über einen Drittel mehr als für das hergebrachte Kitkat, liegt in der Hand von Nestlé, wie de Saint-Affrique gestern am Rande einer Medienkonferenz gegenüber der Nachrichtenagentur SDA in Zürich sagte. «Bei der Ruby-Schokolade handelt es sich um ein Premiumprodukt, das auch eine höhere Marge erzielen soll», betonte er. Für die Schokolade aus der Ruby-Bohne, von Natur aus rosa, sehe er ein sehr grosses Potenzial.

Der Gewinn steigt um satte 37,5 Prozent

Nicht beklagen kann sich de Saint-Affrique allerdings über die letztjährige Volumenentwicklung der weissen, braunen bis dunklen Schokolade im ersten Semester des Geschäftsjahrs 2017/18 (das Barry-Callebaut-Geschäftsjahr geht von Anfang September bis Ende August): Von Anfang September 2017 bis Ende Februar 2018 erhöhte sich das Absatzvolumen gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 1023000 Tonnen. Das liegt deutlich über dem Marktwachstum von 2,5 Prozent.

Wichtige Wachstumstreiber waren die Schwellenländer. China, Indonesien und Japan erzielten laut de Saint-Affrique zweistellige Wachstumsraten. Der Umsatz wuchs lediglich um 0,3 Prozent auf 3549,9 Millionen Franken. Grund für den vergleichsweise schwachen Anstieg beim Verkaufserlös sind gesunkene Rohwarenpreise. Der Schokoladenproduzent kann aber für den grössten Teil des Geschäfts Preisauf- oder -abschläge bei den Rohstoffen direkt den Kunden weitergeben. Darum sagt der Umsatz wenig über das Wachstum aus. Barry Callebaut sichert sich zudem gegenüber Preisschwankungen ab.

Auf Gewinnstufe (Ebit) legte der Schokoladekonzern um 24,6 Prozent auf 276,8 Millionen Franken zu. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 173 Millionen Franken, 37,5 Prozent mehr als im Vorjahr. An der Börse reagierten die Investoren negativ, da sie für das zweite Semester ein tieferes Volumenwachstum erwarten. Die Aktie gab bis nach dem Mittag um 6,39 Prozent auf 1788 Franken nach.


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