Behörde ermittelt gegen VW-Chef Matthias Müller

ABGAS-SKANDAL ⋅ Es soll geklärt werden, wann Müller über die Folgen der Affäre informiert wurde.
18. Mai 2017, 00:00

Ein entsprechendes Verfahren habe bereits im Februar begonnen, teilte die Behörde gestern mit. Geklärt werden soll, ob die Anleger rechtzeitig über die Folgen der Affäre informiert worden sind. Die Anklagebehörde spricht von einem «Anfangsverdacht». Es geht dabei um Müllers Tätigkeit für die Porsche-Dachgesellschaft und Volkswagen-Hauptaktionärin Porsche SE. Dort sitzt der Manager seit 2010 im Vorstand.

Auch gegen VW-Verwaltungsratschef Hans Dieter Pötsch sowie Müllers Vorgänger an der VW-Spitze, Martin Winterkorn, leiteten die Stuttgarter Ermittler Untersuchungen ein. Neben Müller waren auch Winterkorn und Pötsch für die Beteiligungsgesellschaft tätig: Winterkorn als Vorstands-, Pötsch als Finanzchef. Pötsch ist aktuell zudem Geschäftsführer der Porsche SE. Anlass der Ermittlungen sei eine Strafanzeige der Finanzaufsicht Bafin vom Sommer 2016, gab die Behörde bekannt. Es bestehe «der Anfangsverdacht», dass die Manager den Anlegern die finanziellen Konsequenzen der VW-Dieselaffäre für die Porsche SE «bewusst verspätet mitgeteilt» hätten.

Die Porsche SE nannte den Vorwurf unbegründet, sie habe ihre «kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten ordnungsgemäss erfüllt». (sda)


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