Der Name als Versprechen

BANK CLER ⋅ Die bisherige Bank Coop heisst neu Bank Cler. In Zürich wurde gestern die erste umgestaltete Filiale eröffnet. Über Geld soll dort lockerer gesprochen werden.
20. Mai 2017, 00:00

Cler ist das rätoromanische Wort für «klar», und so will die Bank Cler mit ihrem neuen Namen auch in die Offensive gehen. Die schweizweit tätige Tochtergesellschaft der Basler Kantonalbank (BKB), die bisher Bank Coop hiess, lanciert in den nächsten Tagen und Wochen ihren veränderten Marktauftritt, und sie geht dabei durchaus unkonventionelle Wege. Mit Werbespots am TV will sie dem Schweizer Publikum erklären, weshalb es sich lohnt, mehr über Geld zu reden. Die Spots spielen mit dem Umstand, dass Geld im reichsten Land der Welt immer noch ein Tabuthema darstellt. Eine landesweite Plakatkampagne soll das neue Logo der Bank – weiss auf hellblauem Hintergrund – bekannt machen. Statt eindrücklicher Leistungsversprechen steht auf den Plakaten, was die Affiche gekostet hat. Das ist überraschend und sicher ungewöhnlich für eine Bank.

Doch Journalisten finden immer Fragen, die auch die Manager nicht beantworten möchten. Was lässt sich die Bank Cler ihren neuen Marktauftritt denn kosten? Verwaltungsratspräsident Andreas Sturm ist an der Eröffnung der runderneuerten Pilotfiliale an der Uraniastrasse in Zürich zugegen, eine konkrete Zahl rückt er nicht heraus. Immerhin: Es handle sich um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Das ist eine stolze Summe, gemessen am Gewinn von 46 Millionen Franken, den die Bank 2016 erwirtschaftet hat. Vor kurzem ist Coop als Miteigentümerin ausgestiegen und hat ihren Anteil an die BKB übertragen. Diese hält nun 76 Prozent der Aktien. Sturm sagt, ein neuer Auftritt sei sowieso fällig gewesen. Die Filiale Zürich ist nur die erste von 32 Filialen in der Schweiz, die mit einem neuen Auftritt glänzt. Die anderen erhalten übers Wochenende einen neuen Anstrich und sehen vielleicht bald gleich aus wie das Zürcher Pilotprojekt, wo statt Bankschalter gemütliche Sofas herumstehen, auf denen der Kunde ganz ohne Hemmungen über Geld reden kann. Ansonsten gibt es in der Bank Cler weiterhin diskrete Beratungszimmer. Nur das Bargeld gibt’s nur noch aus dem Automaten.

Daniel Zulauf

daniel.zulauf@luzernerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: