Deutlich weniger junge Arbeitslose

KONJUNKTUR ⋅ Die Arbeitslosenquote hat sich in der Zentralschweiz im Januar kaum verändert. Gesamtschweizerisch entspannt sich der Arbeitsmarkt weiter. Besonders junge Arbeitnehmer finden wieder leichter einen Job.
10. Februar 2018, 00:00

Im Vergleich zum letztjährigen Januar sank die Arbeitslosenquote in fast allen Zentralschweizer Kantonen um 0,1 Prozentpunkte. In Uri betrug der Rückgang 0,4 Prozentpunkte. Insgesamt waren in der Zentralschweiz im Januar 8619 Arbeitslose registriert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gestern mitteilte.

Mehr als die Hälfte davon, nämlich 4598, war im Kanton Luzern registriert. Mit 2,1 Prozent wies der Kanton von allen Zentralschweizer Kantonen die zweithöchste Arbeitslosenquote auf. An der Spitze liegt Zug mit 2,5 Prozent oder 1685 registrierten Arbeitslosen.

Obwalden mit schweizweit tiefster Arbeitslosenquote

Im Rest der Innerschweiz überstieg die Quote die 2-Prozent-Marke nicht. In Schwyz betrug diese 1,9 Prozent (1631 Personen), in Nidwalden 1,2 Prozent (293 Personen) und in Uri 1,1 Prozent (217 Personen). Landesweit am tiefsten war die Arbeitslosen­quote im Januar in Obwalden mit 0,9 Prozent oder 195 als arbeitslos gemeldeten Personen.

Mit diesen Zahlen liegen die Zentralschweizer Kantone allesamt unter dem gesamtschwei­zerischen Durchschnitt. Dieser lag im Januar ­unverändert bei 3,3 Prozent. Landesweit entspannt sich die ­Situation weiter. Die Schweizer Arbeitslosenquote ist im Januar zwar auf 3,3 Prozent verharrt, im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der Arbeitslosen aber um 9,3 Prozent zurück. Das be­stätige den rückläufigen Trend bei den Arbeitslosenzahlen, der seit 2016 zu beobachten sei, sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, gestern. Grund für die Entspannung sind laut Zürcher unter anderem anhaltend gute Wachstumsraten beim Bruttoinlandprodukt sowie eine günstige Konjunktur im europäischen und internationalen Umfeld. Die Zuwanderung sei zudem moderat, weshalb freie Stellen eher mit Arbeitslosen besetzt würden. Besonders die Zahl der jungen Menschen ohne Arbeit ging zurück, nämlich um 16,4 Prozent. In den Kantonen Waadt, Wallis und Tessin seien im Januar mehr Arbeitslose registriert worden als anderswo, sagte Zürcher. Dort habe sich der Effekt der Wintersaison gezeigt: Dann ar­beiten besonders im Gastronomiegewerbe und auf dem Bau weniger Menschen.

Die hohe Arbeitslosenquote liege aber nicht nur daran, dass es im Winter weniger zu tun gebe. Auch sei die Eintrittsschwelle tief: Gerade im Service arbeiteten ­viele Unqualifizierte, Jugendliche oder Ausländerinnen und Aus­länder. Auch Stellensuchende, welche sich keiner klaren Branche zuordnen liessen oder die Branche wechseln wollten, meldeten sich häufig im Gastronomiegewerbe arbeitslos. «Im Service arbeiten geht immer», sagte Zürcher. Trotz Saisoneffekt – auch im Bau- und Gastronomiegewerbe geht die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr zurück. (sda)


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