EU warnt vor Bitcoin und Co.

KRYPTOWÄHRUNGEN ⋅ Führende europäische Finanzaufseher wittern in Digitalwährungen eine Gefahr. Thailand hat derweil Finanzdienstleistern verboten, damit Geschäfte zu machen.
13. Februar 2018, 00:00

Man sei besorgt darüber, dass eine zunehmende Anzahl von Konsumenten virtuelle Währungen kaufe, ohne sich der damit verbundenen Risiken bewusst zu sein: Diese Warnung erliessen gestern die EU-Finanzregulierungsbehörden ESMA, EBA und EIOPA in einer gemeinsamen Mitteilung. «Virtuelle Währungen wie der Bitcoin unterliegen extremen Preisschwankungen und zeigen klare Anzeichen von Blasenbildungen», hiess es weiter. Wer in Kryptowährungen investiere, müsse sich im Klaren dar­über sein, dass er einen grossen Teil, wenn nicht gar die gesamte Summe verlieren könne. Im Falle von Diebstählen durch Hacker oder der Pleite einer Kryptobörse gebe es zudem keinerlei Anlegerschutz nach EU-Recht.

Die aktuelle Warnung ist umfassender als bisher von den EU-Aufsehern veröffentlichte Stellungnahmen. Im Dezember hatte sie EU-Kommissar Valdis Dombrovskis dazu aufgerufen, die Wortwahl zu verschärfen.

Sorgen wegen Geldwäsche und Terrorismus

Hart geht derweil Thailand gegen Kryptowährungen vor. Künftig ist es Banken und sonstigen Finanzinstitutionen verboten, Geschäfte mit Bitcoin und Co. zu machen. Den Instituten sei es untersagt, in Digitalwährungen zu investieren oder mit diesen zu handeln, hiess es in einem Rundschreiben der thailändischen Zentralbank.

Den Banken soll es ausserdem verboten sein, Digitalwährungen in herkömmliche Währungen zu tauschen oder auf Handelsplattformen anzubieten. Darüber hinaus dürfen keine Kreditkarten mehr für den Kauf von Digitalwährungen verwendet werden oder Kunden beim Kauf von und beim Handel mit Digitaldevisen beraten werden.

Als Grund für das umfangreiche Verbot gab die Zentralbank an, sie sei besorgt wegen möglicher Probleme und möglichen Betrugs mit Kryptowährungen. So könnten die neuartigen virtuellen Währungen zur Geldwäsche oder zur Unterstützung von Terrorismus verwendet werden.

Dem Vorgehen asiatischer Länder wird derzeit beson- ders grosse Aufmerksamkeit geschenkt, weil Digitalwährungen in vielen Staaten Asiens sehr beliebt sind. Allerdings wächst auch das Misstrauen.

Einzelne Länder wie China gehen relativ rigoros gegen Kryptowährungen vor, andere Länder wie Japan sind zurückhaltender und versuchen eher, den Handel zu regulieren. Grundsätzlich sind staatliche Stellen wie Zentralbanken aber eher misstrauisch, was den Boom von Kryptowährungen angeht. (sda)


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