Kobe Steel unter Druck

12. Oktober 2017, 00:00

Fälschungen Beim drittgrössten japanischen Stahlkonzern Kobe Steel sind offenbar mehr Produkte von Datenfälschungen betroffen als zunächst angenommen. Das Unternehmen bestätigte gestern einen Medienbericht, wonach auch die Angaben zu Produkten aus Eisenpulver gefälscht sein könnten. Die Zeitung «Yomiuri» hatte zuvor berichtet, der Datenfälschungsskandal könnte sich auch auf diese etwa in Autogetrieben verwendeten Bauteile ausweiten. Am Wochenende musste Kobe Steel bereits einräumen, die Daten einiger Aluminium- und Kupferprodukte gefälscht zu haben. Die Aktien des Stahlkonzerns brachen gestern um weitere 18 Prozent ein. Am Tag zuvor hatten sie bereits um gut einen Fünftel nachgegeben.

Unterdessen berichtete die Tageszeitung «Nikkei», die Tochtergesellschaft Kobelco Research Institute, die sowohl für Kobe Steel als auch andere Firmen Produkte testet, habe ohne Inspektionen Materialien zur Produktion von Halbleitern ausgeliefert. Ein Unternehmenssprecher bestätigte Ermittlungen in dem Geschäftszweig. Der Zeitung zufolge erwägt Kobe Steel den Verkauf seines Immobiliengeschäfts, um angesichts des Skandals eine drohende Schieflage zu verhindern. (sda)


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