Partners Group hebt ab

BAAR ⋅ Das auf alternative Anlagen spezialisierte Finanzunternehmen übertrifft die Erwartungen. Nun erhöht Partners Group die Prognose.
14. Juli 2017, 00:00

Vom börsenkotierten Zuger Vermögensverwalter Partners Group ist man seit Jahren ausserordentliche Geschäftszahlen gewohnt. Auch gestern gab es einmal mehr über den Erwartungen liegende Ergebnisse aus der Zentrale an der Zugerstrasse 57 in Baar zu vermelden.

Die Investmentgesellschaft ist auf Anlagen in nicht börsengehandelte Vermögenswerte spezialisiert. Ihre Kunden haben in der Berichtsperiode Investitionszusagen im Umfang von 6,9Milliarden Euro gemacht. Das sind 50 Prozent mehr als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres. Zu den Kunden von Partners Group gehören Unternehmen wie auch Pensionskassen und wohlhabende Privatpersonen. Verwaltungsratspräsident von Partners Group ist der frühere UBS-Chef Peter Wuffli.

Die Mehrheit der Finanzanalysten hatte bei Partners Group mit einem nur leicht höheren Vermögenszuwachs von 4,8 Milliarden Euro gerechnet. Viele haben nach Vorlage des weit über den Erwartungen liegenden Wachstums ihre Umsatz- und Gewinnprognosen nach oben korrigiert, nachdem das Management selber seine Jahresprognose von bisher 8 bis 10 Milliarden Euro auf 10 bis 12 Milliarden Euro heraufgesetzt hatte.

Aktie ist nahe dem Allzeithoch

Entsprechend reagierte gestern auch der Aktienkurs. Die Valoren legten 2,5 Prozent auf 613 Franken zu. Zeitweise schien sogar das Allzeithoch von Ende Mai (625 Franken) zu fallen. Basierend auf der letzten ausbezahlten Dividende rentieren die Aktien mit 2,5 Prozent. Der Börsenwert von Partners Group liegt derzeit bei über 16 Milliarden Franken.

Brancheninsider sprechen von einer weit überdurchschnittlichen Börsenbewertung im Konkurrenzvergleich. Die Bewertungsdifferenz zu traditionellen Vermögensverwaltungsbanken ist spektakulär. Julius Bär ver­waltet ein Kundenvermögen von 336 Milliarden Franken und erreicht einen Börsenwert von lediglich 11,5 Milliarden Franken. Die Aktien von Partners Group wurden unlängst in den Index der 30wertvollsten Schweizer Börsenfirmen (SLI) aufgenommen. Ein weiterer Aufstieg in den Club der 20 Standardwerte (SMI) ist möglich.

Die auf Privatanlagen spezialisierte Investmentindustrie profitiert derzeit von einer hervorragenden Branchenkonjunktur. Die Nachfrage ist zurück auf dem Niveau von 2007, als ein langer Boom gerade zu Ende ging und in die Finanzkrise einmündete. Der jüngste Zinsanstieg an den Kapitalmärkten scheint das gute Geschäftsklima eher weiter zu fördern als zu bremsen.

Per Ende Juni verwaltete die Partners Group Kundenvermögen von 57,8 Milliarden Euro. Ende 2016 betrug die Summe noch 54,2 Milliarden Euro. Die weltweite Mitarbeiterzahl erhöhte sich auf 950 Personen. In den nächsten Quartalen dürfte die Belegschaft auf über 1000 steigen, hiess es gestern. (dz/eme)


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