Personelle Folgen sind möglich

RAIFFEISEN ⋅ Bei den Untersuchungen wird auch das Verhalten der Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratsmitglieder durchleuchtet.
16. April 2018, 00:00

In einem Interview kündigt Raiffeisen-Interimschef Pascal Gantenbein umfangreiche Abklärungen zu möglichen Ungereimtheiten bei Beteiligungskäufen der Bank an. «Wenn wir die Beteiligungen analysieren, überprüfen wir faktisch ebenso die involvierten Personen – in der Geschäftsleitung wie auch im Verwaltungsrat», sagt Gantenbein, seit einem Monat Präsident bei Raiffeisen Schweiz, im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Damit spielt Gantenbein darauf an, dass in der Affäre um den ehemals gefeierten Raiffeisen-Boss Pierin Vincenz auch der aktuelle Raiffeisen-Chef Patrik Gisel in die Kritik geraten ist. «Für ihn ist das sicherlich keine einfache Situation.» Gantenbein betont jedoch, im Moment bestünden keine Anzeichen, dass sich Gisel «bei diesen Beteiligungsnahmen nicht korrekt verhalten hätte».

Gantenbein hält es für verfrüht, über personelle Konsequenzen zu spekulieren. Doch: «Auch personelle Folgen sind nicht ausgeschlossen.» Mitte vergangener Woche hat Raiffeisen bekanntgegeben, dass Raiffeisen Schweiz die Ära Vincenz konsequent aufarbeiten und die Ergebnisse daraus transparent machen wolle. Gantenbein sagt, dass die Affäre um Vincenz zwar «zu Enttäuschungen» geführt habe. «Doch das grundsätzliche Vertrauen in unsere Bank ist davon nicht betroffen.» Die 255 lokalen Raiffeisenbanken seien denn auch nicht von der Untersuchung betroffen. (sda)


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