Sabena-Klage abgewiesen

12. Oktober 2017, 00:00

Swissair-Liquidation 16 Jahre nach dem Swissair-Grounding ist die finanzielle Aufarbeitung der grössten Schweizer Firmenpleite immer noch nicht abgeschlossen: Das Zürcher Obergericht hat nun entschieden, dass die Liquidatoren der belgischen Fluggesellschaft Sabena auf viel Geld verzichten müssen. Im Jahr 1995 stieg die Swissair bei der Sabena ein: Sie übernahm 49,5 Prozent der damals schon stark verschuldeten belgischen Fluggesellschaft. Der belgische Staat hielt 50,5 Prozent der Anteile.

Das SAirGroup-Konstrukt und mit ihm die Sabena stürzte 2001 zusammen. Seither wird das Geflecht aus anfangs 260 Einzelgesellschaften liquidiert. Gemäss Angaben von Swissair-Liquidator Karl Wüthrich wurden inzwischen Forderungen in der Höhe von 15 bis 20 Milliarden Franken anerkannt. Auf Sabena entfallen davon Forderungen im Umfang von 382 Millionen.

Forderung von 2,38 Milliarden

Das reicht den Sabena-Liquidatoren aber nicht: Sie verlangten aus dem Nachlass der SAirGroup weitere stolze 2,38 Milliarden Franken. Dieser Schaden sei der Sa­bena entstanden, weil die SAirGroup den gemeinsamen Vertrag, das Astoria-Agreement, nicht eingehalten habe. Darin ging es unter anderem um den Kauf von neun Airbus-Maschinen, die von der SAirGroup hätten übernommen werden sollen. Die Sabena-Liquidatoren verlangten deshalb, mit dem Milliarden-Betrag in den Kollokationsplan aufgenommen zu werden. In diesem Plan werden alle Forderungen der Gläubiger aufgelistet und in drei Klassen eingeteilt. Was noch teilweise offen ist, sind Forderungen von Gläubigern der 3. Klasse, zu der Lieferanten, Obligationäre, Banken und Geschäftspartner zählen. Dazu gehört auch die Sabena.

Ihre geforderten 2,38 Milliarden werden die Belgier aber nicht erhalten: Bereits das Zürcher Bezirksgericht lehnte es ab, diesen Betrag zuzulassen. Nun entschied das Zürcher Obergericht genau gleich. Gemäss dem kürzlich publizierten Urteil werden nur 28 Millionen Franken als zusätzliche Forderung akzeptiert.

Sabena zieht das Urteil nicht ans Bundesgericht weiter. Es ist somit rechtskräftig. (sda)


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