Schneller Abgang der Chefin

EASYJET ⋅ Bei der Airline kommt es zu einem CEO-Wechsel. Dies wäre nichts Besonders, stände nicht der Brexit an.
18. Juli 2017, 00:00

Der britische Billigflieger Easyjet verliert mitten im Brexit-Wirbel seine Chefin an den Fernsehsender ITV. Carolyn McCall wird das Unternehmen voraussichtlich zum Jahresende verlassen und die Führung von ITV übernehmen. Die Suche nach einem Nachfolger laufe bereits, teilte Easyjet gestern in Luton bei London mit.

Wie ITV («Inspector Barnaby», «Downton Abbey») ankündigte, soll Carolyn McCall ihren neuen Job am 8. Januar 2018 antreten. Die 55-Jährige hatte als Chefin der Guardian Media Group bereits vor ihrer Luftfahrtkarriere in der Medienbranche gearbeitet.

McCall sprach von einer schwierigen Entscheidung. Nach sieben Jahren bei Easyjet sehe sie die Gelegenheit bei ITV aber für sich als die richtige Wahl an. Easyjet-Verwaltungsratschef John Barton lobte die Managerin in höchsten Tönen. Sie habe die Passagiere und die Mitarbeiter ins Zentrum gestellt und so nachhaltige und anhaltende finanzielle Erfolge erzielt.

Die EU-Verkehrsrechte stehen auf dem Spiel

Carolyn McCall hatte Easyjet seit 2010 auf einen europaweiten Wachstumskurs geführt. Seit dem Votum der Briten für den Austritt des Landes aus der EU muss der Billigflieger jedoch um seine Verkehrsrechte in der Europäischen Union bangen.

Um auch nach dem Brexit Flüge zwischen Städten innerhalb der Europäischen Union anbieten zu können, hat das Unternehmen gerade eine zusätzliche Luftverkehrslizenz in Österreich beantragt.

Beim Billigflieger betonte man gestern, dass das Geschäft im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni angezogen habe. So sei der Umsatz je Sitzplatz wie erwartet gestiegen, zudem seien die Maschinen gut ausgelastet gewesen. Den Quartalsbericht will Easyjet wie geplant am 20. Juli veröffentlichen.

Bei dem grössten britischen Free-TV-Sender ITV folgt Carolyn McCall auf Adam Crozier, der das Medienunternehmen verlässt. Die Medienbranche kämpft mit rückläufigen Werbeerlösen und streicht deshalb zahlreiche Stellen. Adam Crozier, der 2010 an die Konzernspitze gerückt war, hat seitdem daran gearbeitet, den Sender zu verjüngen und die Abhängigkeit von der Werbung durch den Ausbau von Eigenproduktionen zu verringern. (sda)


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