Schweizer Topmanager mit den höchsten Löhnen in Europa

06. Oktober 2017, 00:00

Studie Die Chefs von Schweizer Grosskonzernen bleiben die Topverdiener Europas. Sie kassierten letztes Jahr im Mittel 10,3 Millionen Euro, wie die Studie Eurotop-100-Unternehmen bei sieben erfassten Schweizer Multis ergab. Damit liegen die Schweizer vor den Briten mit einem Median von 7,4 Millionen Euro, den Spaniern (5,6 Millionen) und den Deutschen (5,1 Millionen). Die Nordeuropäer kommen auf bescheidene 1,8 Millionen Euro, wie aus der Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson hervorgeht, die gestern veröffentlicht wurde.

Spitzenverdiener bleibt Rakesh Kapoor vom britischen Konsumgüterriesen Reckitt Benckiser mit 14,4 Millionen Euro. Die Nummer zwei ist mit 13,3 Millionen Euro Lohn Martin Sorrell, Gründer und Konzernchef (CEO) des britischen Werbe- und PR-Unternehmens WPP. Der Dritte und damit der bestverdienende Schweizer bleibt UBS-Konzernchef Sergio Ermotti mit 12,3 Millionen Euro Lohn (Vorjahr: 13,1 Millionen Euro). Als Nummer vier figuriert der Chef des deutschen Software-Herstellers SAP vor Novartis-CEO Joseph Jimenez (10,8 Millionen Euro), dicht gefolgt von Roche-CEO Severin Schwan (10,6 Millionen Euro) und Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam (10,3 Millionen Euro).

Die Schweiz stellt damit vier der zehn grössten CEO-Topverdiener unter den Eurotop 100, den europäischen Unternehmen mit der grössten Marktkapitalisierung. Die mittlere Direktvergütung (Fixlohn und Boni ohne Altersvorsorge und Nebenleistungen) aller Bosse der untersuchten 80 grössten Unternehmen Europas ging gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 5,4 Millionen zurück. Grund sind geringere Boni.

Gesundheits- und Pharmabranche top

Der Medianlohn bei den sieben Schweizer Konzernen stieg um 15 Prozent. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist nicht sinnvoll, da etwa die CS wegen des Chefwechsels im Vorjahr nicht erfasst wurde. Untersucht wurden auch die Löhne von 23 Unternehmen im Schweizer SLI-­Index. Der Medianlohn der Konzernchefs erhöhte sich um 12 Prozent auf 4,4 Millionen Euro. Die Chefs der Gesundheits- und der Finanzbranche erzielten die höchste Gesamtdirektvergütung. In den EU-Ländern sind Pharma und Konsum die bestbezahlten Branchen.

Laut Willis Towers Watson hatte die nach der Abzockerinitiative erlassene Verordnung gegen übermässige Vergütungen bisher keinen Einfluss auf die Lohnhöhe. Die Mitbestimmung der Aktionäre bei den Salären der Teppichetage seien dennoch gestärkt worden, was sich etwa bei der Abschaffung von Sonderzahlungen und goldenen Fallschirmen zeige. Die anstehende neue Regulierung in der EU werde sich auf die Vergütungs- und Veröffentlichungspraxis in der Schweiz auswirken, erwartet Willis Towers Watson. Die Aktionärrechtsrichtlinie SRD (Shareholder Rights Directive), die die EU dieses Jahr beschlossen hat, verlangt unter anderem ein bindendes Votum für die Vergütungspolitik sowie ein nicht bindendes Votum für die einzelnen Löhne der Geschäftsleiter. Ebenfalls müssen die Unternehmen künftig das Verhältnis zwischen den höchsten und den restlichen Löhnen der Firma offenlegen. Die Vergütungsberichte für das Geschäftsjahr 2019 müssen die SRD bereits erfüllen. Die Schweizer Unternehmen sollten sich möglichst früh damit beschäftigen, auch wenn es die Schweiz nicht direkt betrifft, betont Willis Towers Watson. (sda)


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