Sulzer von Sanktionen befreit

13. April 2018, 00:00

Zürich Der Industriekonzern Sulzer kann seine Geschäfte in den USA wieder aufnehmen. Das Winterthurer Unternehmen wird nicht mehr von der Renova-Gruppe kontrolliert. Folglich gelten die von den USA gegen Renova verhängten Einschränkungen nicht mehr für den Konzern. Sulzer hat den Renova-Anteil am Konzern auf unter 50 Prozent ­gesenkt, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Die zuständige amerikanische Behörde hat den Rückkauf von Sulzer-Aktien am Mittwoch durchgewinkt.

Das Unternehmen könne nun den normalen Betrieb in den USA wieder aufnehmen, sagte Sulzer-Mediensprecher Rainer Weihofen. Die Banken müssten die Geschäfte in US-Dollar bald wieder abwickeln. Die USA hatten vergangenen Freitag gegen russische Unternehmen und Geschäftsleute Sanktionen verhängt. Zu den Gelisteten gehört auch der in Zug wohnhafte Investor Viktor Vekselberg, dem die Renova-Gruppe gehört. In der Folge haben die Banken auch Geschäfte mit der Renova-Gruppe und allen Unternehmen, an denen sie zu mehr als 50 Prozent beteiligt ist, abgewiesen. Dazu gehörte auch Sulzer.

Aktienkurs schnellt in die Höhe

Sulzer gab deshalb Anfang Woche bekannt, fünf Millionen eigene Aktien von der Renova-Gruppe zurückkaufen zu wollen und so den Anteil von ­Renova auf unter 50 Prozent zu senken. Die US-Exportkontroll­behörde OFAC (Office of Foreign Assets Control) gab nun grünes Licht für die Transaktion.

Renova ist damit ab sofort mit 48,83 Prozent nicht mehr Mehrheitsaktionär von Sulzer. Zuvor hatte Renova nach letzten Angaben 63,4 Prozent. Sulzer hält damit 15,24 Prozent eigene Aktien. Der Kurs der Sulzer-Papiere schnellte gestern nach Bekanntgabe der Genehmigung der OFAC in die Höhe. Im frühen Handel notierten die Sulzer-Aktien teilweise rund 17 Prozent fester und machten damit einen Grossteil der jüngsten Kurseinbussen wett. (sda)


Anzeige: