Teslas, Töffs und Tankstellen

MALL OF SWITZERLAND ⋅ Unter den Shops, die Anfang November in der Mall of Switzerland eröffnet werden, findet man auch einige unerwartete wie Tesla. Doch diese bleiben nicht lange.
06. Oktober 2017, 00:00

Maurizio Minetti

Am 8. November ist es so weit: Nach Investitionen in der Grössenordnung von einer halben Milliarde Franken aus Abu Dhabi und einer Projektdauer von rund 14 Jahren wird die Mall of Switzerland in Ebikon eröffnet. Allerdings wird – ähnlich wie im Fall des Bürgenstock-Resorts – bei einem solchen Megaprojekt noch nicht alles termingerecht fertiggestellt sein. «Ein Teil des Attikageschosses wird erst nächstes Jahr eröffnet», sagt Mall-Sprecher Werner Schaeppi. Es gebe auf dem obersten Stock noch «bewusst freie Flächen».

Bis dato sind rund 80 Prozent der Flächen vermietet. Dieser Tage haben die Betreiber die ­Liste aller Shops und Restaurants veröffentlicht. Darunter findet man sämtliche Formate des Ankermieters Migros sowie unter anderem Kleiderläden, etwa H&M, C&A oder Adidas, diverse Boutiquen, Elektronikshops und eine Selbstbedienungsbank der Luzerner Kantonalbank. Daneben gibt es aber auch einige Exoten, die man in einem herkömmlichen Shoppingcenter nicht erwartet.

So wird auch Tesla in der Mall präsent sein. Der amerikanische Elektroauto-Hersteller wird allerdings lediglich einen temporären Pop-up-Store in der Mall beziehen – für voraussichtlich zwei Monate mit Option auf Verlängerung. Tesla wird dort die aktuell erhältlichen Fahrzeuge Model S und Model X ausstellen und auch Testfahrten anbieten. Für Tesla ist es nicht der erste Pop-up-Store in der Schweiz: Es sei dies ein gängiges Mittel, um in Regionen zu kommen, in denen man noch nicht mit einer Niederlassung präsent sei, erklärt Tesla. Passend dazu wird es in der Mall übrigens vier Parkplätze mit Ladestationen für Elektroautos sowie mehrere E-Bike-Ladestationen geben. Eine konventionelle Tankstelle gibt es auf dem Gelände der Mall zwar nicht, aber gleich schräg gegenüber dem Parkhaus befindet sich eine Tankstelle auf Dierikoner Boden. Ebenfalls vorläufig nur temporär präsent ist der US-Töffhersteller Indian Motorcycle. Weitere Namen von Pop-up-Store-Betreibern sind nicht bekannt. Mall-Sprecher Werner Schaeppi kann nicht sagen, wie viele der knapp hundert Läden Temporärshops sind. «Wir sind mit den einzelnen Interessenten für die als Pop-up-Store vorgesehenen Flächen bezüglich der Mietdauer sehr unterschiedliche Wege gegangen, und einige dieser Flächen haben wir nun doch langfristig vermietet», sagt Schaeppi. Fest steht aber: Zwei bis drei Flächen sollen auch künftig dauerhaft für wechselnde Konzepte zur Verfügung stehen.

Für Martin Hotz, Detailhandelsexperte der Beratungsfirma Fuhrer&Hotz, sind solche Temporärshops allerdings bloss eine Notlösung, um noch nicht vermietete Flächen zu besetzen: «Ein modernes Ladenkonzept sollte etwas Dauerhaftes sein und nicht wie ein Nomade hin- und wieder wegziehen», sagte Hotz (Ausgabe vom 8. Juni).

100 Wohnungen sind vermietet

Die Mall-Betreiber sind anderer Meinung. Für Schaeppi sind Tesla und Indian Motorcycle im Übrigen der Beweis dafür, dass die Mall kein herkömmliches Shoppingcenter sein wird, sondern ein Erlebnistempel, wo man sich trifft und auch mal eine Probefahrt macht, das Kino besucht, auf einer Indoor-Welle surft oder ins Fitnesscenter geht. Zudem vermietet die Migros-Pensionskasse bei der Mall 191 Wohnungen. Davon sind bis dato rund 100 vermietet.

Kritiker zweifeln allerdings, ob all dies reichen wird, um Kunden angesichts gegenläufiger Trends wie Onlineshopping und Einkaufstourismus in die Mall of Switzerland zu locken.


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