Tiefes Pfund kurbelt britischen Tourismus an

LONDON ⋅ Dank deutlich günstigerer Währung steigen die Ferienbuchungen. Rückläufig sind aber Geschäftsreisen.
14. Juli 2017, 00:00

Der Verfall des britischen Pfunds lockt immer mehr Touristen auf die Insel. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Zahl der Gäste aus dem Ausland um gut einen Fünftel. Dies teilte das Statistikamt gestern mit. Zugleich kamen aber fast 2 Prozent weniger Geschäftsreisende, sodass insgesamt ein Anstieg bei den ausländischen Besuchern um 9,9 Prozent blieb.

Nach dem Brexit-Votum vor gut einem Jahr hat das Pfund zum Dollar zeitweise ungefähr 20 Prozent an Wert verloren. Die britische Wirtschaft befürchtet dagegen wegen des geplanten Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union nega­tive Folgen.

Viele Unternehmungen zögerten zuletzt mit Investitionen, wie eine Umfrage der Britischen Handelskammer unlängst ergab. Die Umfrage unter mehr als 7700 Firmen signalisiere eine schwache Konjunktur, teilte die Britischen Handelskammer (BCC) gestern mit. «Für viele Branchen ist das Wachstum im besten Fall statisch, und im schlimmsten Fall fängt es an, sich zu verlangsamen», sagte BCC-Generaldirektor Adam Marshall.

«Dieses gedämpfte Konjunkturbild zeigt, wie wichtig es ist, dass wir in den nächsten Monaten so viel Klarheit wie möglich zur Übergangsphase beim Brexit bekommen.» Auch bessere Exporte können laut BCC nicht wettmachen, was konsumnahe Unternehmen wegen der hohen Inflation einbüssen.

Das britische Wirtschaftswachstum ist mittlerweile auf den tiefsten Wert aller G7-Staaten gefallen. (sda)


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