Tsipras knöpft sich Novartis vor

13. Februar 2018, 00:00

Griechenland Das griechische Parlament soll sich mit den Korruptionsvorwürfen gegen meh­rere Politiker in Zusammenhang mit einer mutmasslichen Begünstigung des Schweizer Pharmakonzerns Novartis befassen. Dies kündigte gestern Regierungschef Alexis Tsipras an. «Der Unter­suchungsausschuss ist der ein­zige institutionelle Weg, den Fall Novartis zu klären», sagte Tsipras im Fernsehen. Zudem werde Athen von Novartis Entschädigungen verlangen.

Novartis Griechenland erklärte, das Unternehmen kooperiere mit der Justiz. Alle in den Medien erschienenen Berichte seien unvollständig, erklärte das Unternehmen in Athen weiter.

Der Pharmakonzern soll nach den Aussagen von unter dem Schutz der Justiz stehenden Zeugen den ehemaligen Regierungschef Antonis Samaras und an­dere griechische Politiker sowie Ärzte bestochen haben, um die Preise für seine Medikamente zu er­höhen und den Markt durch die ­rasche Genehmigung eigener Produkte zu beherrschen. Dies habe nach Regierungsangaben den griechischen Staat in den vergangenen 15 Jahren bis zu 23 Milliarden Euro gekostet. (sda)


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