Vontobel schliesst Steuerdossier

14. Februar 2018, 00:00

Privatbank Vontobel-Chef Zeno Staub taucht in der Liste der bestbezahlten Manager nicht zuvorderst auf – was nicht viel heissen muss. Immerhin bezog der 48-Jährige 2017 eine Gesamtentschädigung von gut 3,5 Millionen Franken. Das ist nicht wenig für den CEO einer Bank mit knapp 1700 Angestellten, der vor fünf Jahren noch eine Million weniger in der Lohntüte hatte. Doch im Unterschied zu früher ging es mit Staubs Lohn heuer kaum aufwärts. Die Geschäftsleitung habe ihre Ziele zwar «erfüllt», heisst es im Vergütungsbericht. Doch für einen Extrabonus wäre offenbar mehr nötig gewesen.

Die Bank erwirtschaftete aus einem leicht rückläufigen Betriebsertrag von gut 1 Milliarde Franken zwar einen Gewinn von 202 Millionen Franken. Aber im Vergleich zum Vorjahr, als die Bank aus dem Verkauf ihrer Beteiligung am befreundeten Versicherungsunternehmen Helvetia einen Nachsteuergewinn von 91 Millionen Franken löste, sieht das Jahresergebnis mit einem Rückgang von 22 Prozent eben doch nicht ganz so gut aus.

Aktie verliert

Die gezeigte Leistung enttäuschte auch die Investoren, welche die Vontobel-Aktien gestern um über 4 Prozent auf unter 63 Franken zurückstuften. Dies ändert aber nichts am Umstand, dass die Bank auf einem guten Niveau flott vorankommt. Eben erst vermeldete das Institut die Beilegung eines alten Verfahrens mit Steuerfahndern aus Nordrhein-Westfalen. Gegen eine Zahlung von 13,3 Millionen Euro legt Deutschland sämtliche Ansprüche gegen die Bank im Zusammenhang mit unversteuerten Vermögen deutscher Kunden zur Seite.

Auch aus Liechtenstein hat sich Vontobel zurückgezogen und die dortige Bank mit 15 Mitarbeitern an den lokalen Anbieter Kaiser Partner übertragen. Mit dem automatischen Informationsaustausch, der ab dem laufenden Jahr auch mit Liechtenstein gilt, dürfte das Ländle für Schweizer Banken weiter an strategischer Bedeutung verlieren. (dz)


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