Wirtschaftslage beflügelt die Swiss

LUFTVERKEHR ⋅ Die Fluggesellschaft hat im vergangenen Jahr 16,9 Millionen Fluggäste transportiert – so viele wie noch nie. Der Zuwachs fällt allerdings kleiner aus als bei den Schwestergesellschaften im Lufthansa-Konzern.
11. Januar 2018, 00:00

Gemeinsam mit der Ferienfluggesellschaft Edelweiss wuchs die Swiss um 5,3 Prozent, wie aus einer Mitteilung von gestern hervorgeht. Mit der deutschen Lufthansa flogen derweil 6,1 Prozent mehr Gäste, mit der österreichischen Austrian Airlines 12,8 Prozent mehr.

Bei den Punkt-zu-Punkt-Airlines Eurowings und Brussels Airlines, die beide günstige Kurzstreckenflüge anbieten, schossen die Passagierzahlen sogar um rund 77Prozent in die Höhe – wobei die belgische Brussels Airlines erst seit vergangenem Jahr zum Konzern gehört und damit ebenfalls zum Wachstum beigetragen hat.

Zudem gingen für die Billigmarke Eurowings sowie für AUA seit dem vergangenen Frühjahr immer mehr Jets an den Start, die die Gesellschaft von Air Berlin samt Besatzung bereits vor deren Pleite gemietet hatte. Nach dem Aus der Fluggesellschaft im Sommer profitierte der Konzern zudem von einer höheren Ticketnachfrage. Dadurch beflügelt, stiegen die Passagierzahlen konzernweit um 18,6 Prozent auf 130 Millionen. Somit konnte der Kranich-Konzern den irischen Billigflieger ­Ryanair wieder hinter sich lassen, der die Lufthansa 2016 erstmals überholt hatte.

Weniger Flüge dank grösseren Jets

Bei der Auslastung konnte insbesondere die Swiss punkten. Konzernweit waren im Schnitt 80,9 von 100 Sitzen in den Flugzeugen besetzt, bei der Swiss waren es 82,4 – 1,1 mehr als noch im Vorjahr. Dank neuen grösseren Flugzeugen konnte die Luft­hansa-Tochter die Zahl der Flüge nämlich trotz mehr Passagieren um 4,0 Prozent senken und zugleich den sogenannten Sitzladefaktor verbessern.

Die Swiss hat auf der Langstrecke inzwischen einen Teil der Airbus-A340-300-Flotte durch sparsamere Flugzeuge des Typs Boeing 777-300ER ersetzt. Auf der Kurzstrecke haben Flugzeuge der C-Serie von Bombardier die Jumbolino-Flieger abgelöst.

Auch im Frachtgeschäft lief es 2017 rund für die Schweizer Fluggesellschaft: Die Verkehrsleistung, gemessen an den verkauften Frachttonnenkilometern, erhöhte sich um 13,0 Prozent. Die Auslastung lag mit 80,1 Prozent um 4,9 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Im ganzen Lufthansa-Konzern wuchs die Verkehrsleistung um 7,4 Prozent bei einer Auslastung von 69,3 Prozent. (sda)


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