11 Millionen für Kantonsbahnhof

URI ⋅ Das Kantonsparlament stellt sich klar hinter den Ausbau des Bahnhofs Altdorf. Ab 2021 sollen dort auch internationale Schnellzüge halten. Im Oberland ist man allerdings besorgt.

16. März 2017, 00:00

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Die Urner Landräte waren sich gestern einig. Beim Bahnhof Altdorf soll investiert werden. Dieser soll zu einem Kantonsbahnhof ausgebaut werden, an dem ab 2021 pro Richtung acht Intercity-oder Eurocity-Züge halten. Heute ist Flüelen der einzige Bahnhof im Kanton Uri mit Halt von internationalen Schnellzügen. Pro Richtung gibt es drei Verbindungen (zwei am Morgen und eine am Nachmittag).

Die Aussicht auf bessere Verbindungen stimmte die Urner Landräte positiv. Mit 59 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen sprachen sie sich für einen Kredit von 10,87 Millionen Franken für den Ausbau des Bahnhofs Altdorf aus.

SBB investieren 40 Millionen Franken

Den grössten Teil werden die SBB beisteuern. Rund 40 Millionen Franken kosten die Verlängerung des Bahnperrons und die Anpassungen der Weichen und Gleise. Die Gemeinde Altdorf soll sich mit 3,2 Millionen beteiligen. Zudem will die Urner Kantonalbank in ein neues Gebäude am Bahnhofplatz investieren.

«Der Bahnhof Altdorf bietet künftig den Pendlern ein deutlich besseres ÖV-Angebot», sagte Alois Arnold, Präsident der Volkswirtschaftskommission. Der Kanton Uri habe die Chance, mit einer gezielten Investition den Lebens- und Wirtschaftsraum zu verbessern. Céline Huber (CVP) sprach von einer einzigen und einmaligen Chance. Uri könne sich mit einer optimalen Verkehrserschliessung Richtung Norden und Süden als attraktiven Standort für Wirtschaft und Bevölkerung positionieren. «Die Anpassungen sind zwingend notwendig, damit wir künftig von den Halten hochwertiger Züge wie IC, EC und vor allem von Interregio-Zügen im Kanton Uri profitieren können», so Huber. Die Kosten stünden in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen.

Auch bei der SP war der Kredit unbestritten. «Diskussionen gab es jedoch zum Begriff Kantonsbahnhof», so Fraktionssprecherin Nora Sommer. Kantonsbahnhof impliziere, dass es nur noch einen Bahnhof geben werde.

Von einem wichtigen Eckpfeiler für Uri und das gesamte Verkehrskonzept sprach FDP-Landrat Marcel Bachmann. Die geplanten Massnahmen seien bei seiner Fraktion grundsätzlich gut angekommen. «Die Verhandlungen der Regierung mit den SBB waren nicht einfach und haben für den Kanton Uri gute Resul­tate ergeben.» Mit acht IC-Halten pro Richtung ab 2021 sei man in Uri sehr gut bedient.

Nach einer Informationsveranstaltung und der Klärung rechtlicher Fragen hat sich die FDP mehrheitlich entschieden, den Kredit nicht dem Volk vorzulegen. Trotz der hohen Kosten, die dem Kanton verbleiben würden, stelle sich auch die SVP gegen einen Urnengang.

Urner Seitentäler und Oberland nicht vergessen

Verena Walker (CVP, Wassen) forderte, dass die ÖV-Verbindungen ins Oberland nicht schlechter werden. Unterstützung erhielt sie von Peter Tresch (FDP, Göschenen). Besorgt zeigte sich Ruedy Zgraggen (CVP, Attinghausen). «Die SBB sind im Moment kein verlässlicher Partner.» Er sprach von einer vergoldeten Infrastruktur, die geplant werde. Seiten­täler und Oberland würden hingegen oft kein Gehör finden. Auch auf das Gewerbe werde zu wenig Rücksicht genommen.

«Die SBB sind im Moment kein verlässlicher Partner.»

Ruedy Zgraggen

Landrat CVP, Attinghausen


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