13 Millionen für eine Klostergemeinschaft

SARNEN ⋅ Drei benediktinische Klostergemeinschaften ziehen am Frauenkloster zusammen. Dort entsteht ein Benediktinisches Zentrum, das sich nach aussen öffnen soll.
09. November 2017, 00:00

«Vor uns steht ein Neuanfang, der uns sehr herausfordert, aber gleichsam auch eine grosse Chance für alle ist», sagt die Sarner ­Äbtissin, Schwester Maria Pia ­Habermacher. Dabei spricht sie die gemeinsame Zukunft von drei Benediktinischen Klostergemeinschaften an, die heute alle überaltert sind. Da ist ihre eigene im Sarner Kloster St. Andreas mit nur noch sieben Schwestern. Da ist aber jene vom Kloster Melchtal mit 13 und die aus Wikon im Kanton Luzern mit neun Schwestern.

Alle sollen ab 2018 in Sarnen ihren Alterssitz finden. Keine dieser drei Gemeinschaften – zur Blütezeit zählten sie bis zu je 70 Klosterfrauen – könnte allein überleben. Zwar soll jede der drei Gemeinschaften am neuen Ort einen Teil ihres Eigenlebens in separaten Häusern bewahren. Miteinander aber möchten die Klosterfrauen für andere Menschen da sein.

Für das neue Benediktinische Zentrum wird das Kloster umgebaut. Es sind nur sanfte Eingriffe geplant. Die alten Bauten werden äusserlich nicht verändert. Im Haus Nazareth wohnen künftig die Schwestern aus Wikon. Die Melchtalerinnen erhalten ein neues Heim im Josefshaus. Über ihnen, im Dachstock, baut man Pflegezimmer. Die Schwestern aus Sarnen beziehen neu den barocken Südtrakt.

Im August zügeln die Sarner Schwestern

Mit Vorfreude weist Vordenker Hans Wallimann auf jenen Bereich hin, in dem sich das Kloster künftig öffnen wird. «Es lohnt sich, im Haus Benedikt ein Klostercafé, einen Klosterladen und auch einen Raum für Begegnungen, einzurichten», so der Obwaldner alt Regierungsrat. Wenn ältere Schwestern mit Lebenserfahrung für Menschen ein offenes Ohr hätten, sei dies ein grosser Gewinn. Sein Wunsch: «Dass die neue Ausstrahlung in den nächsten 15 Jahren wenigstens fünf junge Frauen dazu bewegt, ins Kloster einzutreten.»

Der Umbau kostet insgesamt 13,5 Millionen Franken. 8,5 Millionen fehlen noch. Dafür läuft nun eine Spendenkampagne. Im August 2018 zügeln die Sarner Schwestern in ihre neuen Räume, im Oktober kommen die Klosterfrauen aus Wikon, im Dezember die Melchtalerinnen.

Romano Cuonz

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch


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