2018 gibt’s kein Klewen-Open-Air

KLEWENALP ⋅ Die Bergbahnen verzichten auf ihr Open Air. Grund: das hohe Risiko für ein Defizit.
11. November 2017, 00:00

«2018 werden wir auf das beliebte Klewenalp-Open-Air verzichten.» Mit dieser Ankündigung überraschte Res Schmid, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, an den Informationsveranstaltungen in Beckenried und Emmetten. Der Grund für die Veranstaltungen war die Bekanntgabe der Strategie durch den neuen Verwaltungsrat vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage des Unternehmens: Die Bahn braucht von den Gemeinden und Korporationen Beckenried und Emmetten Darlehen in der Höhe von insgesamt 2 Millionen Franken.

«Es ist uns sehr schwergefallen, auf das Open Air zu verzichten», sagt Paul Odermatt, Geschäftsführer ad interim. Dass der Verwaltungsrat aber für 2018 auf eine Austragung verzichtet, hat triftige Gründe. «Wir haben das Budget für das Festival hin- und hergedreht und mussten zur Kenntnis nehmen, dass wohl ein Defizit resultieren würde», erklärt er. Man habe auch abgespeckte Varianten geprüft. Aber auch wenn nur das Zelt bereitgestellt würde, wären die Kosten immer noch zu hoch. «Und gerade in der jetzigen Lage, wo wir auf Vertrauen angewiesen sind und auf die Darlehen von Gemeinden und Korporationen hoffen, wäre es unverantwortlich, einen Anlass zu organisieren, bei dem das Risiko für ein Defizit so gross ist.»

Ein zweiter Partner ist nötig

Die Ausgabe 2017 schloss mit einem kleinen Gewinn, während man 2016 einen Verlust von rund 140000 Franken schrieb. Der Grund für die Unterschiede liegt nicht etwa beim Wetter oder den Besucherzahlen, sondern in erster Linie bei der Auslastung der Infrastruktur. Alle zwei Jahre – so auch 2017 – veranstaltet nämlich der Alpiq-Konzern einen eigenen Anlass und benützt dafür die Infrastruktur des Open Airs. 2017 lud der Kanton zudem sein Personal zu einem Fest auf die Klewenalp, sodass die Anlagen für drei Anlässe benutzt und durch diese entsprechend mitfinanziert wurden. 2016 fand einzig das Open Air statt. 2018 wäre wieder nur das Open­ Air auf dem Programm gestanden, weshalb eben erneut ein Defizit drohen könnte.

«Die Gespräche mit Alpiq laufen noch», sagt Paul Odermatt. Falls das Unternehmen 2019 wieder dabei sei oder man einen grossen Sponsor finden würde, sei es sicher, dass es dann wieder ein Open Air gebe. «Wir brauchen einfach einen zweiten Partner.»

Konzept soll ebenfalls überprüft werden

Die Verantwortlichen wollen die Pause auch nützen, um sich Gedanken zum Konzept zu machen. «Der Naturjodelabend am Donnerstag und der Familientag am Sonntag mit Gottesdienst und Kinderkonzert sind Riesenerfolge und dürften deshalb gesetzt bleiben», wagt Odermatt ­einen Blick in die Zukunft. Alpenrock am Freitag sei zwar auf gutem Weg, aber man werde wohl am ehesten über diesen Abend und den Countrytag diskutieren. «Aber entschieden ist noch überhaupt nichts, wir werden das im nächsten Jahr genauer anschauen», betont Paul Odermatt. (unp)


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