Bär bedient sich an einem Bienenstand

SILENEN ⋅ Das Tier hat in Uri Sachschaden angerichtet. Weil es sich bisher unauffällig verhalten hat, plant man beim Kanton keine weiteren Massnahmen.
20. April 2017, 00:00

Unterhalb der Strengmatt, auf rund 1050 Meter über Meer, wurden Bienenkästen in den Bienenstand geschoben. Zudem waren an den Kästen deutliche Kratzspuren sichtbar. «Aufgrund der angetroffenen Situation, und weil in derselben Gebietskammer vor rund drei Wochen eindeutige Bärenspuren entdeckt worden sind, muss davon ausgegangen werden, dass der Schaden von einem Bären verursacht wurde», teilt die Sicherheitsdirektion Uri mit.

Der Bienenstand liegt auf dem Gemeindegebiet von Silenen, zirka 45 Gehminuten vom Siedlungsrand entfernt. Um weiteren Schäden am betroffenen Bienenstand vorzubeugen, wurde ein Elektrozaunsystem installiert. Dieses soll verhindern, dass sich der Bär dem Bienenstand erneut nähert.

Imker wird entschädigt

Der zuständige Wildhüter ist am Montag vom betroffenen Imker benachrichtigt worden. Der Sachschaden am Gebäude ist gering. Ob die Bienenvölker in Mitleidenschaft gezogen wurden, kann erst im Verlaufe der kommenden Wochen definitiv beurteilt werden. Der Imker wird für den Schaden vollumfänglich entschädigt. Der Bund bezahlt 80, der Kanton Uri 20 Prozent.

Der Bär hält sich vermutlich seit Mitte 2016 in Uri auf. Dass er in bewohntes Gebiet vordringen könnte, ist gemäss Jagdverwalter Josef Walker «nie ganz auszuschliessen». Bis anhin habe er sich aber sehr unauffällig verhalten und keine grossen Schäden angerichtet. Daher sind momentan auch keine weiteren Massnahmen geplant. «Das Bärenmonitoring wird weitergeführt, um jeweils möglichst genau über den Aufenthaltsort des Bären Bescheid zu wissen respektive um festzustellen, ob der Bär im Kanton Uri bleibt oder weiterzieht», erklärte Walker gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Je nach Entwicklung des Aufenthaltsgebiets und allfälliger weiterer Schäden müssten weitere Bienen- beziehungsweise Herdenschutzmassnahmen in Betracht gezogen werden. «Zum Schutz von Bienenständen ist der Elektrozaun die erfolgversprechendste Massnahme», sagt Walker.

Würde man mit mehrfachen Nutztierrissen im selben Gebiet konfrontiert, kämen als Schutzmassnahmen neben Elektrozäunen auch Herdenschutzhunde in Frage. In Betracht gezogen würden allenfalls Vergrämungsaktionen. Solche würden gemäss Walker von der Urner Wildhut mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt ausgeführt. «Es kämen insbesondere der Beschuss des Bären mit Hartgummischrot sowie der Einsatz von Knallkörpern und dergleichen in Frage», sagt Walker. «Solche Massnahmen müssten getroffen werden, wenn der Bär im Siedlungsgebiet wiederholt Futter suchen oder Schäden verursachen würde.»

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: