Die ganze Schweiz trifft sich in Sarnen

OBWALDEN ⋅ Mit Bischof, Bundesrat und Bevölkerung: Die Bruder-Klaus-Feier vom 30. April auf dem Landenberg wird ein Grossanlass. Je nach Wetter könnte es etwas eng werden.
17. März 2017, 00:00

Die Gedenkfeier zu Bruder Klaus auf dem Sarner Landenberg wird zu einer Zusammenkunft von nationaler und lokaler Prominenz. Am Staatsakt vom 30. April tritt Bundespräsidentin Doris Leuthard als Rednerin auf, den Festvortrag hält der emeritierte Literaturprofessor und Schriftsteller Peter von Matt. Der Schauspieler und gebürtige Obwaldner Hans­peter Müller-Drossaart wird eine szenische Darstellung präsentieren. Er thematisiert darin den Briefwechsel zwischen Niklaus von Flüe und der Berner Regierung aus heutiger Sicht. Mit von der Partie an der rund zweistündigen Feier sind unter anderen auch Nationalratspräsident Jürg Stahl und Bundesgerichtspräsident Ulrich Meyer.

Rund 250 Personen stehen auf der Gästeliste, wie der Obwaldner Landammann Franz Enderli gestern nicht ohne Stolz an einer Medienorientierung verkündete. «Erfreulicherweise haben – mit zwei Ausnahmen – auch alle Kantonsregierungen zugesagt.» Nicht dabei sind Appenzell Innerrhoden (Landsgemeinde am 30. April) und Waadt (Wahlsonntag). Die Obwaldner Regierung hat nicht zufällig den letzten Aprilsonntag als Datum für die Gedenkfeier und den Landenberg als Austragungsort gewählt. Früher fand hier die Landsgemeinde statt. «Was können wir heute vom Friedenspolitiker Niklaus von Flüe lernen?» Unter dieser Leitfrage stehe der Staatsakt vom 30. April, so Enderli. Organisator und Gastgeber ist der Kanton, der Anlass ist Bestandteil des Gesamtprojekts «600 Jahre Niklaus von Flüe».

Die Gedenkfeier auf dem Landenberg ist öffentlich. Könnte es – neben all den geladenen Gästen – dort nicht etwas eng werden? Die Platzverhältnisse und der ungewisse Publikumsaufmarsch seien in der Tat «eine grosse Schwierigkeit» für die Organisatoren, so Enderli. «Wir wissen schlichtweg nicht, wie viele Leute kommen werden.» Nebst einem Festzelt mit Sitzplätzen müsse sich das Publikum mehrheitlich mit Stehplätzen begnügen. «Dann hat es Platz für einige hundert Leute.» Der Staatsakt beginnt um 9.30 Uhr auf dem Dorfplatz. Begleitet von der Feldmusik geht’s danach auf den Landenberg. Um 11.30 Uhr trifft man sich wieder auf dem Dorfplatz zu einem Volksapéro.

Bischof Büchel ist dabei, Huonder hat anderes vor

Neben erwähnter Politprominenz sind auch kirchliche Würdenträger und Behörden eingeladen, darunter der St.Galler Bischof Markus Büchel als Vertreter der Schweizer Bischofskonferenz. Bereits bekannt ist, dass sich Vitus Huonder abgemeldet hat. Der Churer Bischof war etwas pikiert darüber, dass er keine Rede halten darf (wir berichteten). Zu dieser prominenten Absage mochte sich Landammann Franz Enderli gestern an der Medienkonferenz nicht mehr gross äussern. Als Vertreter des Bistums Chur werde Generalvikar Martin Kopp auf dem Landenberg zu Gast sein. Bischof Huonder habe mitgeteilt, dass er am 30. April ohnehin einen anderen Termin habe. «Ob die eingeladenen Personen kommen können oder nicht, bleibt ihnen überlassen», so Enderli.

Am Nachmittag steht für die Bevölkerung und die Gäste ein Rahmenprogramm zur Verfügung. So präsentiert beispielsweise das Obwaldner Staatsarchiv im Rathaus das Weisse Buch von Sarnen sowie Gegenstände aus dem Archiv, die mit der Verehrung von Bruder Klaus in Verbindung stehen. Die Türen der Museen und des Frauenklosters St. Andreas stehen ebenfalls offen. Der Dorfplatz wird für den Verkehr gesperrt sein. Der Parkplatz Ei ist für Gäste reserviert. Nachmittags kann das Postauto zwischen Sarnen, Sachseln und Flüeli-Ranft kostenlos benutzt werden.

Ökumenischer Gottesdienst und mobiles Erlebnis

Neben dem Staatsakt vom 30. April hat der Trägerverein «600 Jahre Niklaus von Flüe» gestern zwei weitere Kernprojekte des Jubiläumsjahrs vorgestellt. Am 1. April finden ökumenische Feierlichkeiten zum Gedenken an Bruder Klaus statt. Höhepunkt bildet um 16 Uhr der ökumenische Gottesdienst in der Kirche St. Michael mit Gottfried Locher, Präsident des SEK-Rates, und Felix Gmür, Bischof von Basel. Vom 28. Juni bis 25. September zieht zudem das mobile Erlebnis «Niklaus von Flüe – Unterwegs» durch alle Schweizer Kantone und Liechtenstein. Zum genauen Inhalt wollen die Macher noch nicht zu viel verraten.

Adrian Venetz

adrian.venetz@luzernerzeitung.ch

Hinweis

www.mehr-ranft.ch


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