Ein Fall für das Museum?

21. April 2017, 00:00

Im einzigen Museum weltweit für Bruder Klaus wird der Besucher von 122 Porträts des Eremiten aus über 500 Jahren empfangen. Höhepunkt der Aus­stellung «Niklaus von Flüe – Vermittler zwischen Welten» ist der Original-Altarflügel von 1492 mit dem ältesten Bildnis des Heiligen. Die eindrückliche Darstellung ist das wichtigste Zeugnis der Wertschätzung durch seine Zeitgenossen.

Die aktuelle Sonderausstellung heisst «Ins Zentrum – Radbilder und Räderwerke». Sie zeigt vielfältige Beiträge von 18 Künstlerinnen und Künstlern. Ausgangspunkt sind das Radbild von Bruder Klaus und die erste Karte der Eidgenossenschaft von Albrecht von Bonstetten. Der Dekan des Klosters Einsiedeln war als «Reporter» im Ranft. Seinen Bericht schickte er an die wichtigen Fürstenhäuser und Städte. Der Raum «Zwei Bilder. Zwei Männer. Zwei Welten – Begegnung im Ranft» blendet zurück ins 15. Jahrhundert. Damals wurde der Bund der Eidgenossen nach dem Rat von Bruder Klaus erweitert und damit der Grund gelegt zum Erfolgsmodell Schweiz.

Künstler befassen sich bis heute mit Niklaus von Flüe. Immer wieder staune ich, dass sie von sich aus auf ihn Bezug nehmen wollen, wenn sie zu einer Ausstellung im Museum eingeladen sind. So eröffnen sie auch mir neue Zugänge und überraschende Sichtweisen. In der Ausstellung «Ins Zentrum» ist es beispielsweise Andrea Wolfensberger, die das Gebet von Bruder Klaus «Mein Herr und mein Gott» spricht, aufzeichnet und die Schwingungen in ein kreisrundes Relief und in eine Raumskulptur umsetzt.

Am Tag des Staatsakts im Gedenken an «600 Jahre Niklaus von Flüe» am Sonntag, 30. April, bietet unser Museum freien Eintritt von 11 bis 17 Uhr und nach den Feierlichkeiten in Sarnen unentgeltliche Führungen um 14, 15 und 16 Uhr. Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Ja, Bruder Klaus ist ein Fall fürs Museum. Hier bleibt er lebendig und aktuell. Überzeugen Sie sich selbst.


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