Ex-Richter muss vor Gericht

12. September 2016, 00:00

Schwyzer Justizaffäre sda. Der ehemalige höchste Schwyzer Richter, Martin Ziegler, muss sich wegen seines Verhaltens in der Schwyzer Justizaffäre vor Gericht verantworten. Der ausserordentliche Staatsanwalt des Kantons Schwyz, Beat Schnell, klagt ihn wegen Amtsanmassung an. Schnell bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht im «Sonntagsblick». Der Vorwurf laute Amtsanmassung, eventuell Amtsmissbrauch, darüber werde das Gericht entscheiden.

Umstrittene Telefondaten

Der ehemalige Schwyzer Kantonsgerichtspräsident Martin Ziegler war in die Kritik geraten, weil er im Mordfall Lucie, der Ermordung eines Au-pair-Mädchens, mitschuldig für die verzögerte Auslieferung von Handydaten gewesen sein soll. Das wurde bekannt, weil ein Untersuchungsbericht den Medien zugespielt worden war. Ziegler wollte danach den Verantwortlichen finden, der den Bericht den Medien zugänglich gemacht hatte. Schnell teilte mit, Ziegler sei nach Meinung der Anklage nicht befugt gewesen, Telefondaten von Untersuchungsrichtern zu erheben. Das Strafmass werde er erst an der Gerichtsverhandlung beantragen.

Martin Ziegler hatte sich im März 2012 als Schwyzer Kantonsgerichtspräsident zurückgezogen. Zieglers Anwältin bezeichnete die Anklage gegenüber dem «Sonntagsblick» als «inhaltlich abwegig». Das Kantonsgericht habe die Telefondaten auf ausdrücklichen Wunsch der Staatsanwaltschaft vermittelt. Ziegler habe «einzig pflichtgemäss Rechtshilfe geleistet».


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