Neue Bürgenstock-Bahn auf Kurs

NIDWALDEN ⋅ Die Bauarbeiten für die Bürgenstock-Bahn laufen auf Hochtouren. Zur Finanzierung und Beteiligung der öffentlichen Hand werden nächstens Entscheide erwartet.

21. November 2016, 00:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Ab 1888 führte sie die Leute von Kehrsiten zu den Hotels auf dem Bürgenstock. Seit 2011 ist die Bürgenstock-Bahn ausser Betrieb. Läuft alles nach Fahrplan, soll sie aber im nächsten Sommer aus ihrem sechsjährigen Dornröschenschlaf erwachen – rechtzeitig auf die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts. Seit vergangenem April laufen die Bauarbeiten für die neue Bahn auf Hochtouren. Zurzeit werden die letzten Elemente im oberen Streckenabschnitt verlegt, die Bergstation ausgebaut und die Schienen in der oberen Streckenhälfte montiert.

Nächsten Februar ist die Montage der Antriebe in der Bergstation geplant, im Mai werden die Fahrzeuge auf die Schienen gesetzt. «Wir liegen genau im Zeitplan, bisher verlief alles reibungslos», zieht Stefan Hochstrasser, Projektleiter der Bürgenstock-Bahn, Zwischenbilanz. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man die Umstände berücksichtigt. «Schliesslich müssen wir im Steilhang arbeiten. Das Gelände verlangt höchsten Anspruch an die Arbeitssicherheit. Wir müssen uns vor Steinschlag schützen und aufpassen, nicht abzustürzen.»

Der historischen Bedeutung Rechnung getragen

Stefan Hochstrasser hofft auf einen nicht allzu strengen Winter, da bei Eis und Schnee auf dieser exponierten Strecke nicht gearbeitet werden könne. Er spricht von einer sehr speziellen, aber extrem spannenden Baustelle – nicht nur wegen dem Faktor Arbeitssicherheit bei gleichzeitig engem Terminprogramm. Sondern auch wegen der Lage der Baustelle mit dem herrlichen Ausblick auf den See und die verschiedenen Wetterstimmungen.

Auch wecke die Bürgenstock-Bahn in der Bevölkerung viele Emotionen und ein grosses Interesse, sei im Schweizer Seilbahninventar als Seilbahn von nationaler Bedeutung eingetragen. Entsprechend seien bei diesem Kulturgut viele Behörden von Bund, Kanton und Gemeinde involviert. Selbst wenn die Bahn technisch auf den neusten Stand gebracht wird, will man der historischen Bedeutung Rechnung tragen. So soll sich das Erscheinungsbild mit dem roten Aussenanstrich nicht gross ändern. «Im Gegensatz zu den alten Wagen sind die neuen aber geschlossen und können im Winter beheizt werden, womit ein Ganzjahresbetrieb ermöglicht wird. Zudem fahren sie vollautomatisch – je nach Andrang der Passagiere mit oder ohne Zugführer», führt Stefan Hochstrasser aus. Und die Fahrzeugkabinen werden im Retrostil komplett neu gebaut. Momentan stehe man kurz vor dem Produktionsstart.

In welchem Takt die wiedererwachte Bürgenstock-Bahn ihre rund einen Kilometer lange Fahrt auf den Bürgenstock zurücklegen wird, steht noch nicht fest. «Sicher ist, dass sie auch im Winter fährt. Auch sind Extrafahrten für Hotelgäste am Abend vorgesehen», erklärt Raphael Amrein, Medienverantwortlicher des Bürgenstock-Resorts. Noch ungelöst sind die finanziellen Fragen. Die Verhandlungen mit dem Kanton zur Finanzierung der 15 Millionen Baukosten und der späteren Betriebs- und Unterhaltskosten seien nach wie vor im Gange. Mit Entscheidungen ist demnächst zu rechnen. Amrein hat für diese Tage eine Medienmitteilung in Aussicht gestellt..


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