Neuer Tunnel, neue Preise, neue Uniform

SBB ⋅ Ab dem 11. Dezember gilt der neue Fahrplan. Dieser steht im Zeichen des neuen Gotthard-Basistunnels – aber nicht nur. Hier die wichtigsten Änderungen in unserer Region.

25. November 2016, 00:00

In zweieinhalb Wochen ist es so weit: Die SBB nehmen den im Sommer eröffneten, 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel in Betrieb. Pünktlich zum neuen Fahrplan. Dieser ist denn auch ganz auf das Jahrhundert­bauwerk ausgerichtet. Gestartet wird der Regelbetrieb durch den Tunnel am Sonntag, 11. Dezember, um 6 Uhr morgens mit einem Sonderzug mit geladenen Gästen von Zürich nach Lugano. Dort wird dann auch der umgestaltete Bahnhof gefeiert, wie die SBB mitteilen.

Alle zwei Stunden verkehrt ein Eurocity-Zug von Zürich über Zug und Arth-Goldau durch den neuen Tunnel bis nach Mailand. Ab Luzern fährt neu nur noch ein EC-Zugpaar Richtung Tessin. Auch die Intercity-Züge verkehren alle zwei Stunden von Basel und von Zürich aus durch den neuen Tunnel Richtung Süden. Hauptsächlich büsst Luzern die erste morgendliche Direktverbindung ins Tessin ein. Trotz Umsteigen in Arth-Goldau versprechen die SBB einen Fahrzeitgewinn von 30 Minuten.

Nicht vernachlässigen wollen die SBB die alte Gotthard-Bergstrecke. Stündlich verkehrt der neue Regio-Express zwischen Erstfeld und Bellinzona. Alle zwei Stunden fährt der Zug weiter nach Lugano. In Erstfeld gibt es Anschlüsse von und nach Luzern beziehungsweise Zug und Zürich. Für Ausflügler gibt es an den Wochenenden den «Gotthard-Panorama-Express» zwischen Flüelen und Bellinzona. Und zwar vom 14. April bis 22. Oktober inklusive Feiertage. Eine weitere Verbindung auf der alten Gotthardstrecke gibt es in der gleichen Zeitspanne an den Wochen­enden und Feiertagen zwischen Zürich und Bellinzona.

Mehr Züge nach Hochdorf

Während Luzerner bei der Südverbindung Komforteinbussen haben, gibt es für die Pendler Richtung Norden mehr Platz: Abends verkehren drei zusätzliche Züge auf der Linie Luzern–Hochdorf. Zudem werden die Züge der S7 zwischen Willisau und Langenthal mit dem Regio-Express zwischen Luzern und Bern neu organisiert: Mit der S6 besteht eine halbstündliche Direktverbindung Langenthal–Wolhusen–Luzern.

In der Agglomeration Luzern ist der neue Bushof beim Seetalplatz in Emmenbrücke bereits in Betrieb genommen worden. Die Haltestelle dient zugleich als Hub – also als Verknüpfung zwischen Bus- und Bahnverbin­dungen. Dort hält neu der Bus der Linie 5, der Emmenbrücke mit Kriens verbindet. Neu wird nach der Linie 1 auch die Linie 2 (LuzernBahnhof/Emmenbrücke –Sprengi) als Schnellbuslinie betrieben.

Neues gibt es ausserdem zum Tellbus zwischen Luzern und Altdorf. Der Mittagskurs (Luzern ab 12.08 Uhr, Altdorf ab 13.05 Uhr) fährt nun auch am Samstag. Die Zentralbahn nimmt mit dem Fahrplanwechsel die neue Haltestelle Sarnen Nord in Betrieb; diese liegt auf der Linie Luzern–Giswil.

Auch die Nidwaldner dürfen sich freuen. Mit dem «Gotthard-Riviera-Express» nimmt für Samstage und Sonntage eine neue Buslinie zwischen Stans und Flüelen ihren Betrieb auf – inklusive Anschluss an die Schnell­züge ins Tessin. Für ­Reisende ab Stans verkürzt sich damit die Fahrzeit am Wochenende fast um die Hälfte. Statt über 3 Stunden sind es nach ­Lugano noch 1 Stunde und 41 Minuten.

Der Haken an den neuen Angeboten: Die Verkehrsunternehmen heben vielerorts die Preise an. So werden mit dem Fahrplanwechsel die Einzelbillette der SBB für die 1. und 2. Klasse um durchschnittlich 2,5 Prozent teurer. Bei den Generalabonnements beträgt die durchschnitt­liche Preiserhöhung 4,2 Prozent. Ein GA 2. Klasse kostet neu 3860 Fran­ken, das sind 205Fran­ken mehr als bisher. Im Tarifverbund Passepartout, zu dem die Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden gehören, steigen die Ticketpreise um durchschnittlich 3 Prozent. Per Anfang April 2017 wird zudem schweizweit das Modul-Abo eingeführt. Dieses ermöglicht die Kombinationen von Strecken mit lokalen Verkehrsverbunden und deren Streckennetzen.

Nicht nur verbindungstechnisch und tariflich ändert sich viel: Die SBB statten ihr Personal auch gleich mit neuen Uniformen aus. Das Zugpersonal präsentiert sich ab dem 11. Dezember in neuem Gewand, das Schalterpersonal ab 1. März. Die neue Uniform hebt sich mit einem roten Kragen hervor.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Am 11. Dezember 2016 ist Fahrplanwechsel. Am Donnerstagmittag stellt die SBB die wichtigsten Neuerungen vor. Mit dem Fahrplanwechsel wird der Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen und die Billetpreise steigen weiter an. (Keystone, 24. November 2016)

Am 11. Dezember 2016 führt die SBB den Fahrplanwechsel ein. Am Donnerstagmittag stellt Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr, die wichtigsten Neuerungen vor. Mit dem Fahrplanwechsel wird der Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen und die Billetpreise steigen weiter an. (Keystone, 24. November 2016)




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