Prüfbehörde spricht sich gegen den Wellenberg aus

NIDWALDEN ⋅ Der Wellenberg soll als Standort für radioaktive Abfälle nicht weiterverfolgt werden. Das freut die Regierung.
19. April 2017, 00:00

Wo soll radioaktiver Abfall gelagert werden? Ein möglicher Standort ist seit langer Zeit der Wellenberg im Kanton Nidwalden. Und seit dieser Standort im Gespräch ist, gibt es auch Opposition dazu. Nun hat das Eidgenössische Nuklearsicherheits­inspektorat (Ensi) ein Detailgutachten bezüglich Standortsuche fertiggestellt.

Die Aufsichtsbehörde, die für die sicherheitstechnische Prüfung und Beurteilung der Standortvorschläge für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle zuständig ist, empfiehlt im Bericht, neben den beiden Standortgebieten Zürich Nordost und Jura Ost auch Nördlich Lägern weiterzuverfolgen und die Gebiete Wellenberg, Südranden und Jura-Südfuss zurückzustellen.

«Dieser wichtige, wegweisende Entscheid entspricht unseren Vorstellungen. Wir fühlen uns in unserer Haltung bestärkt», freut sich der Nidwaldner Bau­direktor Josef Niederberger über die Neuigkeiten des Ensi.

Nachteile bei der Sicherheit

Damit bestätigt das Nuklear­sicherheitsinspektorat auch die Haltung der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle. Diese kam bereits im Januar 2015 zum Schluss, dass der Wellenberg als Standort nicht mehr weiterverfolgt werden soll. Dies, da er im Vergleich zu den übrigen Standorten sicherheitstechnisch eindeutige Nachteile – insbesondere aufgrund ungünstiger Verhältnisse für die Untersuchbarkeit des Untergrundes – aufweise. Somit bestünden Ungewissheiten bezüglich der Langzeitstabilität und der Barrierenwirkung des Wirtgesteins, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons.

Die Gebiete Zürich Nordost und Jura Ost wurden 2015 hingegen zur vertieften Untersuchung des Sachplans vorgeschlagen. Als Nächstes werden die Kommission für nukleare Sicherheit und der Ausschuss der Kantone Stellung nehmen, danach kann Nidwalden seine Stellungnahme, welche vorgängig dem Volk unterbreitet wird, zuhanden des Bundes abgeben. Die Stimmbürger können dank einer angenommenen Initiative seit den 80er-Jahren über Vernehmlassungsantworten zu Atomanlagen entscheiden.

Voraussichtlich im kommenden Jahr wird der Bundesrat dann festlegen, welche Stand­orte vertieft untersucht werden sollen. (map/red)


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