Schaulaufen der Schwergewichte

ZUG ⋅ In der Stadt Zug findet noch bis heute Abend der Stierenmarkt statt. Einem Muni kommt dabei eine spezielle Ehre zu.

08. September 2016, 00:00

Impressionen: Weitere Bilder vom Stierenmarkt gibt es unter www.zugerzeitung.ch/bilder

Vanessa Varisco

Auf den mächtigen Körpern sitzt ein kräftiger Nacken, und ihre grossen Augen blicken gelassen aus den breiten Köpfen. Die Stiere, die angebunden auf dem Areal stehen, sind wahrlich Prachtexemplare und versetzen Besucher und Züchter ins Staunen. Von jungen, noch eher zierlichen Stieren bis hin zu ausgewachsenen, muskelbepackten Tieren gibt es alles zu sehen. «Am besten gefallen mir die Kleinen. Denn die grossen wirken doch sehr imposant», erklärt Céline Kläfiger aus Zug.

Meistens sind die ausgewachsenen Bullen gelassen und dösen friedlich. Nur ab und an kommt es zu Reibereien zwischen zwei Munis, und sie stemmen ihre Schädel gegeneinander. Doch die Situation beruhigt sich jeweils schnell wieder. Dennoch – beim Einführen in die Arena müssen die Besitzer sich manchmal kräftig durchsetzen, wenn einer der Stiere Flausen im Kopf hat und ungeduldig nach vorne stürmen will.

Ein Volksfest

Neben den Stiervorführungen und Ehrungen gibt es weitere Aktivitäten. So beispielsweise ein Säulirennen, Ponyreiten für Kinder oder aber eine Autogrammstunde mit EVZ-Spielern. Somit gibt es ganztags ein attraktives Programm für Jung und Alt, welches auch rege genutzt wird. «Wir sind hier, weil wir für uns Notizen machen für einen Aufsatz, den wir anschliessend schreiben. Mit meiner Familie würde ich vermutlich auch herkommen», berichtet Nina Schellinger aus Zug. Auch sonst sind viele Familien anzutreffen, und die Augen der Jüngsten glitzern fasziniert, wenn sie über die weiche Nase der Munis streichen.

Gestern Nachmittag wurden diverse Stiere vorgeführt und geehrt. Dabei wurde Exterieur bewertet und stets einiges zur Herkunft erzählt. Die zahlreichen Besucher, die die Vorführung von der Tribüne aus verfolgten, applaudierten immer wieder begeistert und bestaunten die Stiere, die stolz über den Platz schritten. «Ich bin begeistert von diesen Tieren. Obwohl sie schwer und kräftig sind, haben sie doch etwas Anmutiges», schwärmt Oswald Peter aus Luzern. Und genau darin liegt wohl die Faszination der Stiere.

Sieger-Muni gewählt

Im Festzelt des Zuger Stierenmarkts wurde gestern Abend zudem der Sieger-Muni für das nächste Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in drei Jahren in Zug gewählt. Es handelt sich um den rund zehn Monate alten Stier mit dem Namen Rubel. Er gehört Züchter Otto Nussbaumer aus Unterägeri. Eine achtköpfige Jury – unter anderem mit dem einzigen Schwingerkönig aus der Innerschweiz, Harry Knüsel, gespickt – hat den schon recht bullig wirkenden Stier aus einem Pool von fünf «Kandidaten» erkoren. Rund 2000 Personen versammelten sich zur Wahlveranstaltung im Festzelt. Viele mussten gar stehen.


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